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Näher am Jobsuchenden

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LUXEMBURG - Am Montag wurde bei der Vorstellung des Jahresberichtes der Adem betont, dass die Reform auf dem guten Weg sei. Die Beschäftigungsagentur erhält mehr Mittel. Die Betreuung der Arbeitslosen soll noch effizienter werden.

Die Luxemburger Arbeitsagentur stellte am Montag zum ersten Mal einen speziell an die Öffentlichkeit gerichteten Aktivitätsbericht für das Jahr 2013 vor. Er ist ein Teil der neuen Kommunikationsstrategie der Adem, die Einblicke in die Umsetzung der Reform der Agentur gewähren soll.

Die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sei eine Priorität, unterstrich am Montag Arbeitsminister Nicolas Schmit. Ziel sei es, eine bessere Kontrolle über den Arbeitsmarkt zu erhalten und die Adem als „service public“ auszubauen, so Schmit. Das „comité de suivi“ (Begleitkomitee), das sich aus den Sozialpartnern zusammensetzt, habe im letzten Bericht Ende März geschlussfolgert, dass die Adem sich in die richtige Richtung entwickele, sagte der Arbeitsminister.

Viele Arbeitslose im Land

In den letzten Monaten habe die Arbeitslosigkeit auf hohem Niveau stagniert. Ende April waren 18.061 Personen ohne Job. Parallel werden in Luxemburg noch immer Arbeitsplätze geschaffen. Seit 1995 entstanden hiezulande 165.000 neue Arbeitsplätze und auch letztes Jahr stieg die Beschäftigung weiter an, wenn auch nur leicht, mit ein Plus von 1,7 Prozent. Das bedeutet, dass zwischen Dezember 2012 und 2013 insgesamt 6.207 neue Jobs entstanden.

In Luxemburg gibt es nun aber die paradoxale Situation, dass die Beschäftigung und die Arbeitslosigkeit gleichzeitig ansteigen. Die große Herausforderung für die Adem ist folglich das „Matching“ zwischen Jobsuchenden und Arbeitgebern. Rund 45 Prozent der Jobsuchenden haben keine Ausbildung. Vier von zehn Arbeitslosen sind seit mehr als 12 Monaten bei der Adem eingeschrieben.

Das letzte Jahr stand für die Adem ganz im Zeichen der Umsetzung der Reform von 2012, die zu einer effizienteren Betreuung der Jobsuchenden beitragen soll. Um das zu ermöglichen wird die veraltete Informatik der Arbeitsagentur auf den neuesten Stand gebracht. Außerdem wurden bei der Adem 25 neue Posten geschaffen. Durch diese personelle Aufstockung sowie eine interne Reorganisation bei der Betreuung der Jobsuchenden soll die Ratio von einem Berater pro 300 Arbeitslosen dieses Jahr deutlich gesenkt werden, erklärte die Adem-Direktorin Isabelle Schlesser.

Vorbereitung auf die Jugendgarantie

Wichtig sei der Adem auch die Schnelligkeit. Derzeit würden 76 Prozent der Personen ihr Arbeitslosengeld innerhalb von sechs Wochen nach der ersten Anfrage erhalten, hieß es am Montag. Damit schneide Luxemburg im internationalen Vergleich relativ gut ab, sagte Schlesser.

Weitere Verbesserungen sollen durch ein neues „Profiling“ der Jobsuchenden erzielt werden. Es soll helfen, die Lage der Personen, die «weiter vom Arbeitsmarkt entfernt sind», zu optimieren. Bislang wurde das System lokal getestet. Dieses Jahr soll es in sämtlichen Adem-Agenturen des Landes zur Anwendung kommen.

Kontakt zu den Arbeitgebern

Auch der Kontakt zu den Arbeitgebern soll verbessert werden. Vergangenes Jahr wurden eine Reihe von Konferenzen organisiert. Bei den „Meet Adem“ Veranstaltungen gehe es darum, die Betriebe und die Beschäftigungsagentur näher zusammenzubringen, wurde am Montag erklärt.

Die Luxemburger Beschäftigungsagentur bereitet sich derzeit des Weiteren auf die Umsetzung der sogenannten Jugendgarantie vor, die vorsieht, dass jedem jungen Menschen innerhalb von vier Monaten ein Job oder eine Ausbildung angeboten wird. Die Jugendgarantie soll in Luxemburg ab Juni dieses Jahres gelten.

„Wir sind bereit“, meinte Schlesser abschließend. 2013 lief bereits ein Pilotprojekt, das sich an 18-24-Jährige ohne Qualifikation richtete. 226 junge Menschen und 118 Betriebe nahmen daran teil.