Lydie Lorang und Gaston Vogel verteidigen vor Gericht die beiden Angeklagten Marc Scheer und Jos Wilmes. In einem siebenseitigen Presseschreiben kritisieren sie am Montag die Schadensersatzforderungen des Staates. Vergangene Woche hatten die juristischen Vertreter von Creos (damals zur Anschlagsserie CEGEDEL) einen Verzicht auf Schadensersatz in Aussicht gestellt, sollten sich die Täter bis zum 1. Juli melden. Auch der Rechtsbeistand des Staates stellte eine entsprechende Forderung in den Raum. Am vergangenen Freitag stellte Premierminiser Xavier Bettel aber klar, dass der Staat an den Schadensersatzforderungen festhalte.
Die Verteidigung unterstreicht in dem Schreiben, dass die beiden Angeklagten Scheer und Wilmes nichts mit den Attentaten zu tun hätten. Scharf gehen sie dabei mit dem Staat ins Gericht. Sie sehen dort die wahren Hintergründe der Tat. Man könne nicht etwas von Unschuldigen (Scheer/Wilmes) fordern, obwohl man selber (Staat) dafür verantwortlich sei, heißt es.
«Staatsaffäre»
Die beiden Anwälte sprechen von einer systematischen Behinderung der Ermittlungen. Dabei zitieren sie aus zahlreichen Höhepunkten in dem seit mehr als 170 Prozesstagen dauernden Verfahren. So sprach der ehemalige Untersuchungsrichter Prosper Klein vor Gericht von einer «Staatsaffäre, die nicht aufgeklärt werden dürfte». Sie zitieren Ben Geiben mit den Worten, «Behördenversagen, Behördenvergehen».
Sie zitieren auch den inzwischen verstorbenen Ermittler Jean Disiviscour mit den Worten: «Er wisse wer die Täter sind. Er dürfe es aber nie sagen». In diesem Zusammenhang sprechen sie bei dem Ermittler vom Staat.
Fotoalbum
Der Bommeleeër-Prozess geht am 16. Juni weiter. Am Mittwoch ist eine nichtöffentliche Sitzung. Dabei geht es unter anderem um ein Fotoalbum von Lous Giscard d’Estaing, einem alten Freund von Prinz Jean. Jean soll beim Anschlag auf dem Findel am 9. November 1985 auf einer Jagd in Frankreich gewesen sein. Ein inzwischen verstorbener Zeuge will ihn allerdings am Flughafen gesehen haben.
Zu Demaart
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