Allein in den Zügen der CFL-Gruppe, die werktags im Schnitt 907 Mal zirkulieren, wurden letztes Jahr 20,7 Millionen Passagiere gezählt. Das ist ein stolzer Zuwachs von 4,4 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Den Zuwachs führt die Unternehmensgruppe unter anderem auf das verbesserte Angebot zurück. Eine wichtige Rolle habe der Ausbau der Linie Luxemburg-Petingen auf zwei Strecken gespielt, so die Pressemeldung.
Insgesamt sei die Zahl der Zuggäste in den letzten zehn Jahren um 50 Prozent gestiegen, fügte die CFL hinzu.
Was die Pünktlichkeit der Züge angeht, so gab sich Marc Wengler, seit März 2013 CFL-Generaldirektor, zufrieden. „Mit 91,9 Prozent sehen wir im internationalen Vergleich gut aus“, bemerkte er in der gestrigen Pressekonferenz. Zudem wies er darauf hin, dass an jeder Bahnhaltestelle automatisierte Fahrkartenschalter aufgestellt wurden.
Auf der Straße hingegen, wo Busse werktags im Schnitt 560 Mal zirkulieren, war die Zahl der Kunden um 3,5 Prozent rückläufig: 4,3 Millionen Passagiere wurden 2013 gezählt. Stark zugelegt, um mehr als zehn Prozent, haben jedoch die internationalen Linien Luxemburg-Saarbrücken und der Gare Lorraine Express.
Fusion der Cargo-Aktivitäten
Aus dem Bereich Cargo, in den die Gesellschaft in den letzten Jahren viel Geld investiert hatte – und noch weiter investieren wird –, gab es überaus positive Nachrichten. So konnten die beiden Tochtergesellschaften CFL Cargo und CFL Multimodal ihren Umsatz deutlich, um 8,8 und 18,4 Prozent, steigern. Auch sei es gelungen, die operativen Kosten deutlich zu senken, so die Pressemitteilung. Unter dem Strich konnte der Bereich „CFL fret“ einen operationellen Ertrag von fast 4 Millionen Euro verbuchen – im Vorjahr stand noch ein Minus von 8,5 Millionen in den Büchern. Die Gruppe konnte unter anderem von der anziehenden Konjunktur und von neuen internationalen Strecken profitieren.
Die Unternehmensgruppe weist darauf hin, dass die beiden Tochtergesellschaften CFL Cargo und CFL Multimodal damit begonnen haben, im internationalen Cargo-Verkehr enger zusammenzuarbeiten. Immerhin würden beide unterschiedliche Dienstleistungen anbieten, die sich ergänzen.
Langfristig gesehen könnte aus dieser operationellen Zusammenarbeit eine Fusion der sich ergänzenden Aktivitäten ergeben, so die Pressemitteilung. „Beide Gesellschaften sind auf dem Weg der Annäherung“, ergänzte ein Sprecher.
Insgesamt konnte die CFL-Unternehmensgruppe ihren Umsatz um 0,4 Prozent auf 684,19 Millionen Euro steigern. Dabei hat sich der operationelle Verlust (0,58 Millionen) vom Vorjahr in einen operationellen Gewinn (4,39 Millionen Euro) gewandelt. Das Nettoresultat bleibt mit einem Verlust von 1,06 Millionen Euro im negativen Bereich – hat sich verglichen mit dem Vorjahresverlust von 4,8 Millionen Euro aber deutlich verbessert.
Zudem hat die Gruppe ihr Personalbestand im Jahr 2013 weiter leicht erhöht. Nach 4.044 Mitarbeitern im Vorjahr beschäftigt sie heute 4.050 Personen. Da jedoch auch Personal ersetzt werden musste, hat die Muttergesellschaft 206, die CFL Cargo 52 und CFL Multimodal 51 Personen im letzten Jahr neu eingestellt.
Auch in den kommenden Jahren wird die Gesellschaft – wohl oder übel – gezwungen sein, viele neue Mitarbeiter einzustellen. Hintergrund ist, dass bis 2020 voraussichtlich rund ein Drittel des Personals in Rente gehen wird.
Hohe Investitionen
Die CFL hat gleichzeitig weiter viel Geld investiert. Insgesamt seien es letztes Jahr 51,7 Millionen Euro gewesen, die fast integral durch Eigenkapital finanziert wurden, so die Pressemitteilung. So sind die Vorbereitungsarbeiten für den Ausbau der neuen intermodalen Plattform in Bettemburg am laufen. Im Jahr 2016 soll die Plattform in Betrieb genommen werden. Zudem seien die ersten prozeduralen Schritte für die neuen Gleise zwischen Luxemburg und Bettemburg sowie für die neue Haltestelle „Pont Rouge“ erfolgreich gewesen, schreibt die Unternehmensgruppe.
Daneben seien wichtige Arbeiten an der neuen Brücke Pulvermühle sowie an der Strecke Luxemburg-Sandweiler-Contern getätigt worden. Beide Projekte sollen dazu dienen, die Zugverbindung Luxemburg-Deutschland zu verbessern.
Des Weiteren hat die CFL nun zum ersten Mal in ihrer Geschichte einen „rapport de responsabilité sociale“ veröffentlicht. Wichtiger Bestandteil des Berichts für die Gesellschaft sind die verschiedenen Aspekte des Themas Sicherheit.
Zudem strenge man sich an, um beispielsweise den Energieverbrauch zu reduzieren und um die Belästigungen durch Lärm möglichst gering zu halten. Neues Material soll dazu beitragen.
Für die Zukunft gab sich Präsident Jeannot Waringo zuversichtlich. Es sei erst zehn Jahre her, dass die CFL mit ihrer Internationalisierung begonnen habe, erinnerte er. Und heute sei allein CFL Cargo bereits von Nord- bis Südeuropa präsent. Man versuche, im Ausland „alle Möglichkeiten, die sich bieten, auch zu nutzen“, unterstrich er.
Zu Demaart
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