Die portugiesische Finanz-Überwachungsbehörde (Comissao do Mercado de Valores Mobiliarios) hat am Freitag die Luxemburger CSSF (Commission de Surveillance du Secteur Financier) darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie die Suspendierung der Aktien der Bank Espirito Santo Financial Group SA beschlossen hat. Die Aktion der Bank sind beim NYSE Euronext in Lissabon kotiert. Daraufhin wurde am 20. Juni um 9.00 Uhr der Aktienhandel der Bank ebenfalls an der Luxemburger Börse ausgesetzt, heißt es in einer Mitteilung der CSSF. Über die genauen Gründe wurde noch nichts gesagt. Eine Mitteilung soll darüber Aufschluss geben, so die CSSF.
Anfang Juni wurden Unregelmäßigkeiten in der luxemburgischen Holding von Espirito Santo festgestellt. Es ging Rede von einem Fehlbetrag von 1,2 Milliarden Euro. Auch sollen Gebühren von mehr als 8 Millionen Euro nicht ordnungsgemäß deklariert worden sein. Seither wurde über eine Kapitalerhöhung zum Stopfen des Finanzloches spekuliert. Innerhalb der Bank Espirito Santo soll es Streitereien über die Besetzung von Führungsposten geben. In den letzten Jahren machte das portugiesische Finanzinstitut schon durch mehrere Finanzskandale Schlagzeilen. Das finanzielle Loch der Bank soll enorm sein, so Experten.
Die Banco Espírito Santo (BES) ist eine der größten Handelsbanken in Portugal. Sie wurde 1937 durch die Fusion der Banco Espirito Santo und der Banco Comercial de Lisboa gegründet. In Portugal betreibt die Bank fast 500 Geschäftsstellen. International ist sie mit mehr als 20 Filialen vertreten. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 9.300 Personen. In Luxemburg hat die Bank 1984 die Holdinggesellschaft Espírito Santo Financial Group (ESFG) gegründet.
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