Die Behörde soll bereits Ende vergangenen Jahres in einer diskreten Aktion einen Aufpasser innerhalb der Büros des französischen Finanzinstituts in New York bestellt haben, berichtet die Financial Times in ihrer Dienstagsausgabe.
Der Aufpasser, der „ein Auge auf die Aktivitäten der Bank haben soll“, ist der ehemalige stellvertretende Bundesstaatsanwalt Shirah Neiman, berichtet die Zeitung unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.
Embargos sollen gebrochen worden sein
Die BNP Paribas wird beschuldigt, US-Embargos gegen Kuba, Iran und Sudan durch Dollar-Geschäfte gebrochen zu haben. Sie soll sich mit den New Yorker Finanzbehörden in einem Vergleich auf eine Strafe von acht bis neun Milliarden US Dollar geeinigt haben.
Das New Yorker Finanzministerium soll dabei sein, auch für die Schweizer Großbank Credit Suisse einen Aufpasser zu bestellen. Bei diesem Aufpasser soll es sich um den früheren Bundesstaatsanwalt Neil Barofsky handeln, der zuvor ein Programm zur Abwicklung bankrotter Banken beaufsichtigt hatte, schreibt die Zeitung. Credit Suisse hatte sich in Rechtsstreit mit der Aufsichtsbehörde im Mai 2014 auf die Zahlung von 2,6 Milliarden US-Dollar in einem Vergleich eingelassen. Dem Finanzinstitut war vorgeworfen worden, Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.
Die Strafe, die BNP Paribas bezahlen soll, wird in Frankreich als unangemessen hoch betrachtet. Allerdings ist sie weit von denen entfernt, die an der Spitze liegen. JP Morgan zahlte im Oktober vergangenen Jahres 14 Milliarden US Dollar, die Bank of America 10,1 Milliarden. Stimmt die Zahl die derzeit kolportiert wird, landet BNP Paribas mit acht bis neun Milliarden auf dem dritten Platz.
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