Der Verband der Luxemburger Fondsindustrie, ALFI, begeistert sich schon seit einer geraumen Zeit für China. Nicht zuletzt betreibt die Organisation ein kleines Büro in Hongkong. Das hat seinen Grund: China und Asien im Allgemeinen sind ein riesiger potenzieller Markt für luxemburgische Investmentfonds.
Am Montag nun vertiefte die ALFI ihre Beziehungen mit dem Reich der Mitte noch einmal, indem sie eine Absichtserklärung mit ihrem chinesischen Gegenstück, der Organisation AMAC, unterzeichnete. Mit ihrer Unterschrift verpflichten sich die Partner dazu, zu erforschen, welche Möglichkeiten gemeinsamer Meetings, Seminare oder von Besuchen es gibt. Darüber hinaus wollen sie einander mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es darum geht, die Regeln und Normen des jeweils anderen zu verstehen und zu verinnerlichen. Daneben soll nach Möglichkeiten gesucht werden, die Mitglieder des jeweils anderen weiterzubilden.
Der Präsident der ALFI, Marc Saluzzi, bezeichnet in der Pressemitteilung AMAC als einen „strategischen Partner“ für die ALFI. Luxemburg bezeichnete er als eine „Pforte zu Europa“ für chinesische Fondsmanager, die sich dazu entschließen, ihre Aktivitäten auf Länder außerhalb Chinas auszudehnen.
„Dieses Abkommen ist ein Win-win-Geschäft für beide Branchenverbände und zeugt von den wachsenden Banden zwischen Luxemburg und China. Die Zusammenarbeit sorgt dafür, dass die Vermögensverwaltungs-Industrie in China Weltklasse-Standards hat“, wird AMAC-Präsident Sun Jie in der Pressemitteilung zitiert.
China immer wichtiger für Luxemburg
China spielt für die Luxemburger Finanzwelt in der Tat eine immer bedeutendere Rolle. Das Großherzogtum will Dreh- und Angelpunkt für den Handel mit der chinesischen Währung in Europa werden und steht dabei mit London und Frankfurt in harter Konkurrenz.
Ein Meilenstein: Am Sonntag unterzeichneten die Zentralbanken Luxemburgs und Chinas eine Absichtserklärung, das als Grundlage für eine Renminbi-Clearing-Bank in Luxemburg dienen soll.
Mit der Luxemburger Börse hofft ein gewichtiges Unternehmen des Finanzplatzes auf Kunden aus China. Die Notierung einer Anleihe der Bank of China wurde vor Kurzem mit einer besonderen kleinen Feier und in Anwesenheit der Presse zelebriert. Die Börse hofft auf Nachahmer.
Daneben zieht es immer mehr chinesische Banken nach Luxemburg. Mit der Bank of China, der ICBC und der China Construction Bank haben bereits drei absolute Schwergewichte ihren Europasitz in Luxemburg. Weitere chinesische Banken könnten bald folgen.
Zu Demaart
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