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Brückenbau durch Epochen der Hauptstadt

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Nach vier Jahren Bauzeit hat die Stadt Luxemburg am Montag ihre Dienste wieder etwas näher zueinander geführt. Am „Knuedler“, neben dem Rathaus, wurde am Montag das neue „Bierger-Center“ offiziell eingeweiht. Knapp 22,7 Mio Euro hat der Bau gekostet.

Vier Jahre Bauzeit waren nötig, bis es endlich fertiggestellt war. Vier Jahre, in denen weniger über das Bierger-Center an sich als vielmehr über jene Brücke diskutiert wurde, die es mit der Gemeinde verbindet. Es wurde sogar eine Bürgerinitiative gebildet, die sich gegen den Bau der Brücke einsetzte.

Infobox Die Fakten

o 1998 sprach sich der Gemeinderat für ein Bürgerzentrum aus. 2001 wurde am Centre Hamilius das erste „Bierger-Center“ des Landes eröffnet.

o 2003 wurde das „Veräinshaus“ erworben, wo sich jetzt das neue „Bierger-Center“ befindet, nachdem es zwischenzeitlich zum Boulevard Royal umgezogen war.

o 2010 wurde mit dem Bau begonnen. 22,7 Millionen Euro hat er gekostet.

o Kontakt und Öffnungszeiten: 44, place Guillaume II/2, rue Notre-Dame,
L-2090 Luxemburg,
Tel.: 4796 2200 von
8.00-17.00 Uhr (Mo.-Fr.)

Nun kann man die Brücke schön finden oder nicht, aber notwendig, so erklärte es am Montag zumindest Bürgermeisterin Lydie Polfer, war sie allemal. „Wir wissen, dass besonders über einen Teil des Projekts viel diskutiert wurde und die Meinungen dort auseinandergehen.“ Allerdings lasse der Bau in einem Punkt keine zwei Meinungen zu: Die physische Verbindung der beiden Gebäude sei wesentlich, damit das Bürgerzentrum als Teil des Stadthauses gelten könne. Nur dann sei es nämlich vom Gesetz her erlaubt, dort bestimmte Zeremonien vorzunehmen, wie etwa Heiraten. Und nur so hat die Hauptstadt jetzt zwei „salles de cérémonies“: die altehrwürdige im Rathaus und eine modernere (mit Terrasse) im Neubau.

Moderne und alte Substanz

„Mariage“ war auch das Stichwort für Architekt Nico Steinmetz, dem hier an einem Zusammenspiel von Moderne und dem Respekt vor der alten Substanz gelegen war. Das Gebäude bestand nämlich mal aus drei Einheiten.

Die ältesten Mauern stammen noch aus der Zeit um 1691. Seit damals hatten die Dominikaner aus dem Marienthal hier ihr Refugium. Ab 1856 hatte die Banque Internationale hier ihren ersten Sitz, die 1878 den Eingangsbereich zur rue Notre-Dame umbaute.

Im 19. Jahrhundert hat dann die Familie Neyen-Letellier auf den Fundamenten des Franziskaner-Klosters (gegründet ca. 1250) ihr Haus zum „Knuedler“ gebaut. 1910/1911 kauften die Elisabethanerinnen den Gebäudekomplex, der ihnen im Jahr 2003 von der Stadt Luxemburg abgekauft wurde.

Umgang mit Geschichte

Die Architekten hatten demnach mit entsprechend viel Geschichte umzugehen. Im Januar 2010 wurde das Gebäude als „Monument national“ klassiert, drei Monate später begannen die Arbeiten. Erhalten wurden im Gebäude etwa die Fassaden des alten Innenhofs. Um die einzelnen Stockwerke wurden „passerelles“ gebaut, so dass das Alte sichtbar bleiben konnte, während es die modernen Verbindungsbrücken erlaubten, die ganze Technik, die in den Büros gebraucht wurde, zu verlegen. Der Vorteil war, dass man die Substanz der alten Räume, die zu modernen Arbeitsplätzen werden sollten, weitgehend unangetastet lassen konnte.

Abgabetermin und Budget wurden auch genau eingehalten. Abzuschließen bleibt noch der Bau von fünf Mietwohnungen im Gebäudekomplex. Hier überlege man sich noch, an welche Bedingungen (evtl. Residenzklausel) man die Vermietung knüpfen wolle.

Am Montag blieb das „Bierger-Center“ noch geschlossen, um den Umzug endgültig abzuschließen. Ab Dienstag (01.07.14) werden die 45 Mitarbeiter des „Bierger-Center“ und die zwölf Mitarbeiter des „état civil“ die Bürger dann in gleichzeitig brandneuen und altehrwürdigen Räumen empfangen.