„Eine Firma besteht aus mehr als nur Finanzzahlen“, unterstrich Claude Strasser, Generaldirektor der Post. „Man kann das Leben einer Firma auch über ihre Rolle im sozialen Bereich, über ihre Rolle in der nationalen Wirtschaft und über ihren Einfluss auf die Umwelt beleuchten.“
Dieser „andere Blick“ liege der Post-Unternehmensgruppe sehr am Herzen, so Claude Strasser weiter. Vor allem auch die Tatsache, dass man ein öffentliches Unternehmen sei, gebe dem Unternehmen zusätzliche Missionen mit auf den Weg.
Prioritäten
Als Prioritäten gibt das Unternehmen gleich mehrere Ziele an. Dazu zählen eine „ethische und transparente“ Art und Weise, die Geschäfte zu führen, ein rücksichtsvoller Umgang mit der Umwelt, das Anbieten von „anständigen“ Jobs und allen Menschen, Institutionen und Unternehmen den Zugang zu Kommunikationsdienstleistungen zu ermöglichen.
Da es aber nach wie vor noch keine international anerkannte Definition für die „soziale Verantwortung von Unternehmen“ gibt, hat die Post entschieden, ihren CSR-Bericht als erster Akteur in Luxemburg nach den sogenannten „G4-Richtlinien der Global-Reporting-Initiative“ zertifizieren zu lassen. Das sei „der international anerkannte Standard“, so Strasser.
Insgesamt beschäftigt sich die Post bereits seit 2008 mit dem Thema CSR. Damals wurde ein „Comité du développement durable“ ins Leben gerufen. Mehrere thematische CSR-Arbeitsgruppen (Gebäude, Mobilität, Einkauf usw.) folgten. Ihren ersten CSR-Bericht hatte die Post letztes Jahr veröffentlicht.
„Es geht darum, sich zu verbessern“
Auch letztes Jahr hat die Unternehmensgruppe einen festen Arbeitsplatz („responsable développement durable“) geschaffen. Zuständig für den CSR-Bereich wird der bisherige Sprecher der Post, Olivier Mores, sein. Neue Pressesprecherin wird Carmen Engels.
Dabei will die Post nicht einfach nur einen Bericht aufstellen, der zeigt, wie schön und gut das Unternehmen ist. „Es geht darum, sich zu verbessern. Und das geht am besten, wenn die Fakten auf dem Tisch liegen“, erklärte Strasser. Dass nun eine Person alle anderen regelmäßig auf die Themen anspreche, zwinge die Post, sich wirklich mit den Fragen auseinanderzusetzen. „Wir wollen in Luxemburg eine Vorbildfunktion einnehmen.“
Dass das Unternehmen etwas bewegen kann, davon ist Claude Strasser überzeugt: „Wir haben über tausend Fahrzeuge. Wenn die alle sparsamer fahren“, habe das Auswirkungen auf den CO2-Ausstoß. „Wir stehen aber noch ganz am Anfang dieser Vorgehensweise“, fügte er hinzu.
Für den Zeitraum 2014-2015 beabsichtigt die Post, den CSR-Prozess weiter zu vertiefen. So soll beispielsweise allen Zulieferern eine Charta unterbreitet werden, um eine Politik „d’achats responsables“ auf die Beine zu stellen, erklärte Olivier Mores. Bis zum Jahr 2020 will man sich zudem die Möglichkeit geben, den ökologischen Fußabdruck sowie die Kosten oder Einsparungen der CSR-Politik auch wirklich quantifizieren zu können.
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