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Luxemburgs ICT-Sektor sucht den Kontakt

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Luxemburg will sich zu einem Hub im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) entwickeln. Um das Land in diesem Sektor zu positionieren, wurde die „ICT Spring“ ins Leben gerufen.

Am Donnerstag öffnete die zweitägige Fachmesse im neuen Konferenzzentrum auf dem Kirchberg ihre Tore.

Google Glass

Google Glass: So heißt die von Google entwickelte „Brille“, mit der Bilder auf einem kleinen Schirm direkt vorm Auge eingeblendet werden können. Auf der diesjährigen „ICT Spring“ erzählte Alain Regnier von seinen Erfahrungen mit der Datenbrille. Er zählt zu einer Gruppe von Entwicklern und Fans, die die Brille – die noch nicht frei verkäuflich ist – bereits testen durften. Regnier verglich die Brille mit einem Smartphone. Allerdings habe der Benutzer beide Hände frei und könne die Brille mit seiner Stimme bedienen – auch wenn sie manchmal Schwierigkeiten habe, seinen französischen Akzent zu interpretieren. Regnier sieht nach seiner einjährigen Erfahrung viel Potenzial für das Gerät und kann sich eine Vielzahl von Anwendungen vorstellen.

Im Unterricht (Kochkurse, Medizinstudium …) können Schüler z.B. über die eingebaute Frontkamera der Brille sehen, was der Lehrer sieht, während dieser bei seiner Demonstration beide Hände zum Arbeiten frei hat.

Es ist bereits die fünfte Ausgabe der „ICT Spring“-Fachmesse, die in Luxemburg organisiert wird. Mehr als 3.000 Besucher haben sich eingeschrieben. Rund 150 Firmen haben Stände aufgebaut, um ihre Produkte und Dienstleistungen dem internationalen Publikum vorzustellen.

NSA und FBI nicht wegzudenken

Zudem sind etwa 100 Gastredner, darunter der ehemalige NSA-Chef Kenneth Minihan, die ehemalige EU-Kommissarin Viviane Reding, Volker Birk vom Chaos Computer Club und der ehemalig für Cyberkriminalität beim FBI zuständige Shawn Henry, angekündigt. Behandelt werden Themen wie etwa „big data“, „e-payment-systems“ oder virtuelle Währungen.

Bei der ersten Ausgabe von „ICT Spring“ vor fünf Jahren habe man zu intensiv auf die Promotion des ICT-Standortes Luxemburg gesetzt, erklärte Mitorganisator Kamel Amroune der Marketingagentur Farvest. Daraus habe man gelernt, bei der nächsten Veranstaltung mehr interessante und spannende Redner einzuladen, „und dann kamen auch die Besucher.“ Nebenbei sei es dann möglich, den Besuchern die Vorzüge des ICT-Standortes Luxemburg zu erklären. Vor allem müsse man darauf hinweisen, dass Luxemburg ein idealer Standort sei, um 500 Millionen potenzielle Kunden in Europa zu bedienen.

Dabei ist Luxemburg bereits heute kein weißer Fleck auf der ICT-Weltkarte mehr: Unternehmen wie Amazon, eBay, iTunes, Nexon, PayPal, Rakuten, SES und Skype sind hier vertreten.

Neben einer Reihe junger Start-up-Unternehmen (etwa aus Japan und Korea) sind dieses Jahr unter anderem auch Unternehmen wie der Datacenter-Betreiber Ebrc, die Telekommunikationsanbieter Tango und Telecom Luxembourg, die Beratungsunternehmen EY und PwC, der Anbieter von elektronischen Zahlungen Yapital, das Arbeitsamt Adem, die Post und das Wirtschaftsministerium mit eigenen Ausstellungsständen vertreten.

Kontakte knüpfen

Die Fachmesse sei ein sehr guter Ort, um Kontakte zu knüpfen und um sich über neue Trends in der Branche zu informieren, so François Thill aus der „Direction du commerce électronique et de la sécurité de l’information“ des Wirtschaftsministeriums. Die Veranstaltung bietet „einen sehr guten Überblick darüber, was Luxemburg im ICT-Sektor zu bieten hat. Auch können wir erklären, welche staatlichen Hilfen es gibt. Es ist eine gute Gelegenheit, um Luxemburg den Unternehmern der Branche schmackhaft zu machen.“

„Die letzten Jahre waren wir nur als Besucher hier“, sagte Yapital-Geschäftsführer Nils Winkler. Dieses Jahr ist das Unternehmen mit einem Stand präsent. „Es ist eine Leuchtturm-Veranstaltung für die Luxemburger ICT-Branche“, so Winkler weiter. Man wolle zeigen, dass man viel in Luxemburg investiert habe und als Unternehmen alle Entscheidungen vor Ort treffe.

Finanziert wird die Veranstaltung durch private Sponsoren. Seit ihren Anfängen kann sie auch auf die Unterstützung des Wirtschafts-, des Kommunikations- und Medienministeriums aus Luxemburg bauen. So kam auch Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel am Abend zu der bereits traditionellen Verleihung der ICT-Awards.

Zur Erholung und zum weiteren Aufbau von neuen Kontakten endete der erste Tag der „ICT Spring“ dieses Jahr mit einer speziellen Feier, der „ICT Spring Party.“

(Christian Muller/Yves Greis/Tageblatt.lu)