Seit mehr als 40 Jahren gibt es die Europäische Investitionsbank in Luxemburg. Das Geldinstitut, das sich gerne selbst als „EU-Bank“ sieht, steht im Dienste der Europäischen Union und legt regelmäßig riesige Finanzierungsprogramme auf, die im Kontext der Politik der Europäischen Kommission stehen.
Am Dienstag nun stellte die EIB mit Seminaren und Pressekonferenzen in ganz Europa ein neues solches Programm vor. Sein Institut habe vom Krisenmodus in einen anderen Modus gewechselt. Dieser heiße Innovation und es gelte, die europäische Wirtschaft auf die Zukunft vorzubereiten. Das erklärte am Dienstag der Vizepräsident der Bank, Pim van Ballekom, in Luxemburg.
Das neue Programm nennt sich InnovFin und hat ein Volumen von rund 25 Milliarden Euro. Mit dem Geld kann die EIB innovative Projekte mit Krediten fördern. Die Finanzierung kann bis zu 50 Prozent des Projekts betragen. Die geförderten Projekte werden also insgesamt ein Volumen von mindestens 50 Milliarden Euro ausmachen.
Zu dem Programm zählen aber auch Garantien, die die EIB vergeben kann, und Beratungsdienstleistungen, die den Projekten helfen, Gelder zu beschaffen. Die Kosten für die Beratungsdienstleistungen werden von der Europäischen Kommission gedeckt. Von den Geldern profitieren können Unternehmen jeder Größe, die innovative Projekte planen, aber auch zum Beispiel Universitäten. Damit InnovFin ein Projekt unterstützen kann, muss es mindestens eines aus einer Liste von Kriterien erfüllen, zum Beispiel in einem Technologiepark wie dem Firmeninkubator Technoport in Belval beheimatet sein. Ein anderes Kriterium wäre, wenn das Projekt bereits Gelder von einem Venture Capitalist bekommen hat.
Investitionsklima verbessern
In Kürze wird auf der Internetseite der EIB ein Fragebogen freigeschaltet werden, mit dem Interessierte die richtige Kontaktperson innerhalb der Bank herausfinden können.
Auch bei diesem Programm gelten die hauseigenen Ausschlusskriterien der EIB. Waffenprojekte z.B. werden nicht finanziert.
„Trotzdem müssen wir die wirtschaftlichen Reformen in der Europäischen Union weiter vorantreiben, um das Investitionsklima zu verbessern“, so van Ballekom. Andernfalls würden die mit Hilfe der EU entwickelten Innovationen außerhalb der EU produziert.
InnovFin besteht im Rahmen des Horizon-2020-Rahmenprogramms für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, mit dem die Kommission in den nächsten sieben Jahren Forschung und Innovation fördern will.
Bei der EIB löst InnovFin das Programm RSFF im fliegenden Wechsel ab. Mit diesem Programm wurden in den letzten sieben Jahren Unternehmen gefördert. Zu dem neuen Programm haben nun mehr Projekte Zugang, insbesondere da „Horizon 2020“ auch verschiedene Länder berücksichtigt, die nicht zur EU gehören.
Zu Demaart
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