Seit zwei Jahren ziehen sich die Verhandlungen zur Erneuerung des Kollektivvertrags für die 200 Beschäftigten des Flughafenbetreibers Lux-Airport hin. Die Gesellschaft gehört zu 100 Prozent dem Luxemburger Staat. Im Juni befassten die Gewerkschaften (OGBL und LCGB) das Schlichtungsamt mit dem Dossier. Die Gewerkschaften hatten bereits im September 2012 Neuverhandlungen beantragt. Es habe aber bis Mai 2013 gedauert, bis sich die Direktion zu einer ersten Verhandlungsrunde bereit erklärte, bedauerte Hubert Hollerich vom OGBL gegenüber Tageblatt.lu. Und auch bei der Sitzung beim Schlichter am Donnerstag hätte man vonseiten der Direktion von Lux-Airport nur wenig Wille verspürt zu einer Einigung zu gelangen.
In den drei Streitpunkten sei noch keine Einigung erzielt worden, so Hollerich weiter. Die Gewerkschaften pochen weiter auf eine lineare Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent pro Vertragsjahr (2013 bis 2015). Die Direktion halte aber an ihrem Vorschlag von 0,3 Prozent für das erste Jahr sowie 0,5 Prozent für die beiden folgenden Jahre fest. Das sei inakzeptabel, zumal Lux-Airport im letzten Jahr einen satten Gewinn von 4,7 Millionen Euro gemacht hätte, so Hollerich. Das seien 20 Prozent mehr als 2012. Der Firma gehe es gut. Ein Teil dieses Gewinns soll an das Personal weitergereicht werden, fordern die Gewerkschaften.
Nein zur Flexibilisierung
Auch bei der Referenzperiode gab es am Donnerstag kein Weiterkommen. Die Gewerkschaften lehnen weiterhin eine halbjährige Referenzperiode ab. Eine Ausweitung auf sechs Monate komme nicht infrage, erklärt Hubert Hollerich, zumal sich die Direktion weigere, die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Arbeitszeitpläne auf sechs Monate auszuarbeiten. So bedeute diese Maßnahme die Einführung einer kompletten Flexibilisierung der Arbeitszeit. Bisher liegt die Referenzperiode bei einem Monat.
Status Quo auch, was die Dauer des Kollektivvertrags betrifft. Während die Direktion von Lux-Airport vorschlägt, dass sie erst im Januar 2015 in Kraft tritt, fordern der OGBL und der LCGB, dass sie rückwirkend auf den 1. Januar 2013 in Kraft tritt.
Der Schlichter macht Vorschläge
Um das Dossier weiter zu bringen, schlug der Vorsitzende des Schlichtungsamtes Henri Theisen vor, dass die Firmanleitung bis zum 24. Juli schriftliche Stellungnahmen zu den drei Streitpunkten einreicht. Es sagte unter anderem, dass beim Übergang von einem Kollektivvertrag zum anderen Kompensierungsmaßnahmen ergriffen werden müssen. Bei der Referenzperiode verlangt er die Ausarbeitung eines Organisationsmodells.
Die Direktion von Lux-Airport und die Gewerkschaften sollen sich dann treffen, um über diese schriftlichen Positionen zu diskutieren. Die nächste Sitzung beim Schlichter findet dann am 18. September statt. Bis dahin werde das Kriegsbeil begraben, so Hubert Hollerich. Es seien keine gewerkschaftlichen Aktionen geplant. Man bleibe aber wachsam.
Zu Demaart
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