Die viertgrößte europäische Bank, BNP Paribas, hat die Geschäftsbeziehungen mit dem zweitgrößten Rohstoff Händler der Welt, Trafigura, eingestellt. Der Grund für die Einstellung der Geschäftsbeziehung liegt in den Geschäften mit dem Sudan, mit Kuba und mit dem Iran. Die Länder standen auf einer Embargoliste der USA. Da die Geschäfte in Dollar finanziert wurden, hatten US-Behörden Ermittlungen gegen die Bank aufgenommen. BNP Paribas musste als Folge dieser Geschäfte umgerechnet 6,6 Milliarden Euro Strafe bezahlen. Mit dieser höchsten Strafe, mit der bisher ein ausländisches Unternehmen belegt wurde, vermied BNP Paribas die Entziehung der Banklizenz in den USA.
In der Folge mussten allerdings hochrangige Mitarbeiter die Bank verlassen. Letztes Opfer ist der bisherige Vorsitzende des Verwaltungsrates, Baudoin Prot, der zum 1. Dezember 2014 die Bank verlässt.
Meldungen von Finanz-Fachdiensten zufolge ist das Leiden des Finanzinstitutes in den USA aber noch nicht beendet. In der vergangenen Woche sollen US Behörden gegen eine Reihe von Banken, darunter BNP Paribas Ermittlungen aufgenommen haben. Die Banken sollen Preisabsprachen bei „credit default swaps“ (cds) getroffen haben. CDS sind Kreditderivate, die es erlauben Ausfallrisiken von Krediten, Anleihen oder Schuldverschreibungen zu handeln. Grob gesagt wirken sie in gewisser Weise wie Kreditausfallversicherungen. Die Ermittlungen laufen wegen des Verstoßes gegen die US Kartellgesetzgebung, teilte ein Bundesrichter mit.
Zu Demaart
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