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Stausee wird vom Wasser-Netz genommen

Stausee wird vom Wasser-Netz genommen
(Tageblatt-Archiv)

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Ab Freitag wird es bis auf weiteres kein Trinkwasser mehr aus dem Stausee geben. Das Pestizid hat sich schneller ausgebreitet als gedacht. Die Versorgung läuft jetzt über Grundwasser.

Die chemische Verunreinigung des nationalen Wasserreservoirs im Norden von Luxemburg hat jetzt Konsequenzen für das gesamte Trinkwassernetz in Luxemburg. Ab Freitag 12 Uhr wird aus «rein präventiven Gründen» bis auf weiteres kein Wasser mehr aus dem Stausee ins Trinkwassernetz gespeist, heißt es am Donnerstag von staatlicher Seite. «Aufgrund der größeren Streuung der Belastung über die Tiefe kann nicht mit letzter Sicherheit vorausgesehen werden, in welcher Tiefe die Verschmutzung an der Staumauer auftritt. Dadurch kann nicht sichergestellt werden, dass durch die höhenverstellbare Rohwasserentnahme (PROVAR) die betroffene Wasserschicht nicht angesaugt werden kann,» begründet man in dem Schreiben.

Die Substanz Metazachlor hat sich in den vergangenen Tagen sehr schnell im Stausee ausgebreitet. Am Mittwoch ergaben Messungen, dass der Stoff am Messpunkt «Zillenhëtt» in einer Tiefe zwischen 15 und 25 Meter aufgetaucht ist. Das ist rund einen Kilometer von der Staumauer entfernt.

Quellen anzapfen

Jetzt müssen die Tiefenbrunnen und Quellen ihren Dienst leisten. Die Wassersyndikate sprechen dabei von Grundwasser. Die Gemeinde Luxemburg hatte bereits am Mittwoch angekündigt, dass man im Fall einer Verunreinigung des Trinkwassers auf umliegende Quellen zurückgreifen werde.

Laut dem Umweltministerium wird es keine Beeinträchtigung beim Trinkwasser in Luxemburg geben. Die verschiedenen Trinkwassersyndikate öffnen am Freitag die Leitungen ihrer Quellen. Darunter wird die Sebes rund 40.000 Kubikmeter beisteuern, SES 9000 und DEA 2000. Der Durchschnittsverbrauch in Luxemburg liegt pro Woche derzeit bei 51.000 Kubikmeter. Wann es wieder Trinkwasser aus dem Stausee geben wird, ist unklar.

Schlimmeres verhindern

Am 17. September hatte ein Landwirt mehrere Liter eines Pestizids am belgischen Sûre-Zulauf Moyémont verloren. An der Unfallstelle wollen die Luxemburger zusammen mit den belgischen Kollegen Schlimmeres verhindern. Mit sogenannter Aktivkohle sollen weitere Partikel des Pestizids gebunden werden. Durch Bodenproben vor Ort will man zudem den Verschmutzungsgrad feststellen.