
«Der Fokus der ganzen Kommunikation über die Verunreinigung des Stausees lag in den letzten Tagen lediglich auf dem Trinkwsser. Niemans spricht über Flora und Fauna im nationalen Trinkwasserreservoir,» moniert der Präsident des nationalen Sportfischerverbandes (F.L.P.S.), Jos Scheuer, am Freitag gegenüber Tageblatt.lu. Und er teilt weiter aus:» Das Wasserwirtschaftsamt und das Umweltministerium handeln beim Thema Fisch nachlässig. Die Situation der Fische wurde einfach verharmlost.» Scheuer gibt zu bedenken, dass der Stausee ein beliebter Hotspot für Fischer aus dem In- und Ausland sei. «Im Stausee und dem Fluß Sauer wird sehr viel gefischt,» unterstreicht Scheuer.
Seit Jahren habe der Sportanglerverband immer wieder auf die Gefahren von Wasserverseuchung durch Pestizide und Herbizide hingewiesen. Scheuer spricht von «Mängeln in der Prävention, wenn durch einen derart gravierenden Unfall das wichtigste Trinkwasserreservoir Luxemburgs verseucht werden kann.»
Fragen
Die F.L.P.S. verlangt in diesem Zusammenhang eine Neudefinierung der Schutzzonen entlang des Stausees. Dabei soll auch die belgische Seite mit einbegriffen werden. Der Vergand hat jetzt zahlreiche Fragen an die Verantwortlichen:
– Werden Analysen an Fischen aus den betroffenen Gewässern bzw. aus den Zuflüssen durchgeführt?
– Welche Gefahr besteht für die Aquaflora?
– Welche Fischarten sind von den Vergiftungen besonders betroffen?
– Werden Rückstände im Fischfleisch abgebaut, wenn ja, in welchen Zeiträumen?
– Besteht eine besondere Gefahr für die Fischbrut bzw für andere Wassertiere?
Es werden jetzt schnelle Antworten verlangt, heißt es. Die F.L.P.S. fordert, dass die Behörden, neben der Überwachung der Trinkwasserversorgung, auch der Belastung der Aquafauna und – Flora volle Aufmerksamkeit und Vorsorge zukommen lassen.
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