Hohe Wohnungspreise sind ein Thema in Luxemburg. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte die Statistikbehörde Statec eine Studie in der die Wissenschaftler erneut eine Preissteigerung bei Wohnungen feststellten. Die Regierung kennt diese Problematik und sucht nach Lösungsansätzen. Seit ihrem Amtsantritt habe sie über 50 Pläne gutgeheißen und es hätten sich sehr viele Möglichkeiten aufgetan um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sagt Wohnungsbauministerin Maggy Nagel (DP) in ihrer Eröffnungsansprache der Messe «Home&Living» am Samstag.
«Und wir sind noch lange nicht am Ende angekommen», versprach sie. Der sektorielle Wohnungsbauplan, der «Pacte logement», ein neues Bautenprogramm und ein Finanzierungsprogramm, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, stehen in der Agenda der Ministerin. Sie werde in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren einen engen Dialog mit den Gemeinden führen.
Alle müssen helfen
Maggy Nagel nahm aber auch die Branchenverbände in die Pflicht. Mit Organisationen wie der Fédération des Artisants oder der Handwerkerkammer werden Arbeitsgruppen gegründet. Die Regierung habe bis jetzt nicht geschlafen hat und könne «tolle Projekte» vorzeigen, betonte die Wohnungsbauministerin. «Nicht später als am Mittwoch ist im Ministerrat ein neues Mehrjahresprogramm für den Bau von 472 subventionierten Wohnungsbauprojekten und 10.517 Wohnungen angenommen worden,» so die Ministerin. 5.812 davon seien für den Verkauf gedacht und 4.705 Wohnungen für den Mietwohnungsbau. Die Bevölkerung Luxemburgs sei in den letzten 10 Jahren um rund 20 Prozent gewachsen. Das mache 10.000 neue Einwohner im Jahr, die 4.500 neue Wohnungen bräuchten, erklärte Nagel.
Die Nachfrage liege deutlich über dem Angebot. Die Mitarbeit der Gemeinden sei nun gefragt. Sie sollen an den sektoriellen Plänen mitarbeiten. Gespräche mit Gemeindevertretern, die bereits statt fanden, stimmen in diesem Zusammenhang Nagel positiv. Die Kritiken an dem Vorhaben würden nun genau unter die Lupe genommen.
Sparpotential bei der Energie
Staatssekretärin Francine Closener (LSAP) ihrerseits sieht Sparpotential bei der Energie. Bis 2018 soll jedes Gebäude in Luxemburg mit einem intelligenten Stromzähler ausgestattet werden. Beim Gas soll dieser Prozess bis 2020 abgeschlossen sein. «Wenn die Menschen zu jedem Moment wissen was sie verbrauchen, dann können sie auch energieeffizienter, also billiger leben,» so die Staatssekretärin. Daneben sei bereits entschieden worden, dass ab dem nächsten Jahr alle Gas- und Stromlieferanten eine «Energieeffizienzauflage» erfüllen müssen. «Das heißt, dass jeder Lieferant eine gewisse Menge Energie bei seinen Kunden einsparen muss. Im anderen Falle drohen Sanktionen» drohte Closener.
Potenzial sieht die Staatssekretärin auch in der Elektromobilität. Sie und Wirtschaftsminister Etienne Scheider werden in einer der nächsten Ministerratssitzungen um grünes Licht bitten, um 800 Ladestationen für Elektroautos in Luxemburg zu installieren. Ein solches Netz sei eine Vorraussetzung um zusammen mit Mobilitätsminister Bausch den Startschuss für die Elektromobilität in Luxemburg zu geben, so Closener.
Die traditionelle Herbstmesse kommt in diesem Jahr in einem neuen Gewand und mit einem neuen Konzept daher. Die «Semaine du logement» wurde in die Messe, die sich hauptsächlich mit dem Bau und der Haus- und Wohnungseinrichtung beschäftigt, integriert. Dies sei eine exellente, logische, Idee, so die Bürgermesterin der Hauptstadt Lydie Polfer. Sie verwies noch einmal auf die Aktualität des Themas. «Wir brauchen viele Wohnungen und wir werden sie auch bekommen,» so eine optimistische «députée-maire», als sie die Messe eröffnete.
Zu Demaart


















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