Zwei US-Staaten, New York und New Jersey, haben eine Vorschrift erlassen, dass rückkehrende Helfer aus Ebola-Gebieten bis zu 21 Tagen in staatlichen Einrichtungen isoliert werden müssen. Es ist die bisher schärfste US-Maßnahme im Kampf gegen Ebola. Die amerikanische Seuchenbehörde CDC hat lediglich eine freiwillige Quarantäne nach dem Einsatz in Westafrika anordnet.
Doch die Quarantäne bei den Rückkehrern ist umstritten. Christophe Hebting, Pressesprecher von «Médecins Sans Frontières Luxemburg» MSF, erklärt gegenüber Tageblatt.lu, dass die Isolierung per Gesetz nichts bringe. Es schade lediglich dem Kampf gegen das Virus, da sich durch solche Maßnahmen noch weniger Freiwillige finden würden, die bereit seien, in die Risikogebiete zu fliegen.
Helfer aus Luxemburg
Seit März waren insgesamt 700 Helfer von MSF im Einsatz in Westafrika. Insgesamt waren sechs Freiwillige aus Luxemburg im Risikogebiet. Fünf kamen bereits zurück, einer ist noch da. Krankenschwester, Ärzte oder freiwillige Helfer bleiben jeweils vier bis sechs Wochen im Risikogebiet. Danach kehren sie zurück und ruhen sich etwa drei Wochen aus. Danach kehren manche erneut für vier bis sechs Wochen zurück, erklärt Hebting.
Bereits vor dem Abflug in die Heimat werden strenge Kontrollen durchgeführt. In den ersten drei Wochen kontrollieren die Rückkehrer zweimal täglich ihre Körpertemperatur und achten auf eventuelle Symptome. Beim geringsten Verdacht, melden sie dies der Organisation. In diesem Falle werden sie isoliert und überwacht. Rückkehrer aber direkt nach dem Einsatz in Quarantäne zu isolieren bringe recht wenig, so Hebting. Das Virus sei erst ansteckend, wenn auch die Symptome auftreten, davor sei Ebola nicht ansteckend. Diese in den USA erlassenen Vorschriften helfen nicht der Arbeit vor Ort.
Menschen, die vor Ort helfen sind wichtiger als Spendengelder. Dennoch sind die Spenden wichtig, um die Einsätze zu gewährleisten. Bislang kamen etwa 700.000 Euro Spendengelder aus Luxemburg zusammen.
Das Luxemburger Rote Kreuz unterstützt mit Spenden in Höhe von 320.000 Euro Aktionen zur Ebola-Prävention in Benin, Burkina Faso, Burundi, Mali, Niger und im Senegal.
Zu Demaart
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