Der SEW/OGBL geht hart mit den von der Regierung vorgeschlagenen Änderungen in der Grundschule ins Gericht. Der Präsident der Gewerkschaft Patrick Arendt ist enttäuscht. Es habe kein Dialog mit den Gewerkschaften im Vorfeld der Änderungen stattgefunden. Das Lehrpersonal werde vor vollendete Tatsachen gestellt. Im Augenblick würde zudem eine Kampagne gegen die Lehrer gefahren, erklärte Patrick Arendt. Die diskriminatorischen Aussagen einiger Regierungspolitiker seien populistisch und würden dem Ansehen der Lehrer und Professoren und dem Image des Luxemburger Ausbildungssystems schaden. Die Folge sei, dass immer mehr Lehrkräft demotiviert und überfordert seien.
Der SEW/OGBL beschäftigte sich am Freitag auch mit dem drei-jährigen Praktikum, das die Lehrer nach ihrem Studium absolvieren müssen. Es sei schlichtweg nicht notwendig, so der SEW, da die Lehrer schon im Rahmen ihres Studiums viel Praxiserfahrung sammeln würden. Des Weiteren seien 108 Ausbildungsstunden und die Verfassung einer Abhandlung unmöglich, wenn man die volle Verantwortung über eine Schuilklasse trägt, so Patrick Arendt. Diese Regelung würde nur zeigen wie realitätsfremd die Politiker die Lage beurteilen.
«Der neue Stundenplan gehört in die Tonne»
Die Aufregung über den neuen Stundenplan hat sich ebenfalls immer noch nicht gelegt. Um zwei Unterrichtsstunden soll der wöchentliche Lehrauftrag der Lehrer und Lehrerinnen in der Grundschule erhöht werden. Am Montag- und Freitagnachmittag soll von 16.00 bis 17.00 Uhr eine Stützstunde für die gesamte Klasse abgehalten werden.
«Nonsens», so der Kommentar des SEW. Diese Maßnahme stelle lediglich eine verkappte Eerhöhung des Arbeitspensums der Lehrkräfte dar. Sie nütze den Kindern gar nichts. Nach sechs Stunden Schule seien die nämlich zu müde, um in den Sützstunden eine ordentliche Leistung zu bringen. So werde die Schule zu einer zusätzlichen Betreuungsstruktur. Auch die Festlegung der Schulstunden-Dauer auf 55 Minuten bringe nichts, weil die Konzentration der Schüler progressiv sinke.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können