
Am Mittwochmorgen fuhren mehrere Zivilfahrzeuge der Kriminalpolizei bei der Villa Chomé an der rue d’Eich in Luxemburg-Stadt vor. Fünf Ermittler klopften mit einem Durchsuchungsbefehl an der Tür des roten Gebäudes der Fondation Félix Chomé. Die Ermittler hatten es auf den Bunker des Hauses abgesehen. Dies geschieht 20 Tage nachdem RTL über die Vergangenheit der Villa im Zusammenhang mit der Bommeleeër-Affäre berichtete.
Damals hatte Jos Steil mit seiner Lebensgefährtin Alice Fuchs in dem Haus gewohnt. Im Zuge des Jahrhunderprozesses um die Anschlagsserie zwischen 1984 und 1986 kamen brisante Details über das Gebäude raus. Das ehemalige Mitglied der BMG (Brigade Mobile) Jos Steil soll in dem Bunker Schießabende und andere dubiose Feierlichkeiten organisiert haben. Auch der ehemalige Gründer der BMG, Ben Geiben, tauchte immer wieder in der Villa auf. Die ehemalige «heiße Spur» in der Affäre hält sich bei dem Thema allerdings bis heute sehr bedeckt.
Bislang keine Ermittlungen
Steil gilt seit Prozessende im Juli als eine der möglichen Schlüsselfiguren in der Bommeleeër-Affäre. Er konnte aber nicht mehr als Zeuge vor Gericht treten. Jos Steil starb 2004. Brisant ist, dass in den vergangenen 28 Jahren an Ermittlungen – mit Unterbrechungen – kein Ermittler jemals einen Fuß in die Villa und den Bunker setzte. Am Mittwoch klopften Kripobeamte erstmals an der Tür.
Zu Demaart
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