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500 Prozent sorgen für Aufregung

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Horesca und ULC schlagen Alarm: sie setzen die TVA Erhöhung auf alkoholische Getränke mit dem Verlust von Arbeitsplätzen, dem Einbruch von Einnahmen für den Horeca-Sektor und einer generellen Ungerechtigkeit gleich.

Wer ab dem 1. Januar 2015 einen «Mini» im Café bestellt, könnte eine böse Überraschung erleben. Statt den bisher üblichen 2,20 Euro wird er 2,50 Euro bezahlen müssen. Zu verdanken hat er dies der geplanten Erhöhung der Mehrwertsteuer auf alkoholische Getränke von drei auf 17 Prozent, was einem Anstieg von über 500 Prozent entspricht.

Laut der Horesca und dem ULC hat diese Maßnahme verheerende Folgen. Die Horesca rechnet vor, dass ein kleines Café, das einen Umsatz von 60.000 Euro hat, mit der aktuellen Mehrwertsteuer einen Gewinn von 14.01,82 Euro verbucht. Mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer auf alkoholische Getränke würde der Gewinn nur noch 10.331,56 Euro betragen, wenn das Café die Erhöhung der Mehrwertsteuer komplett selbst übernimmt und seine Preise nicht erhöht. Dieses Café hätte demnach eine Gewinneinbuße von 35,61 Prozent. Laut Horesca könnte dieser bedeutende Einbruch der Einnahmen Entlassungen des Personals nach sich ziehen.

François Koepp, Generalsekretär der Horesca, weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass der Horeca-Sektor 20.000 Personen direkt beschäftigt. Es sei daher gefährlich, gerade bei diesem Sektor solch eine grobe Steuererhöhung durchzuführen. Wobei er darauf hinweist, dass der Horesca-Sektor die TVA-Erhöhung wohl nicht komplett übernimmt, sondern die Preise teilweise erhöhen wird.

«Ein falscher und ungerechter Weg»

Eine Folge der TVA-Erhöhung, die Nico Hoffmann, Präsident der ULC, besonders aufregt, denn «es sind wieder einmal die Rentner sowie die Klein- und Mittelverdiener, die betroffen sind. Ein falscher und ungerechter Weg.» Alain Rix, Präsident der Horesca, ärgert sich seinerseits besonders «über die Erhöhung um über 500 Prozent, was in keinem Verhältnis zu den anderen Sparmaßnahmen des Budgets steht». Rix zeigt sich dennoch gesprächsbereit.

Die Horesca sehe durchaus ein, dass in der aktuellen finanziellen Situation Einsparungen nötig sind. Daher schlägt der Verband vor, den aktuellen TVA-Satz auf den Wein und das Bier anzuwenden und eine höhere Mehrwertsteuer bei «stärkeren» alkoholischen Getränken zu applizieren. Rix ist daher besonders enttäuscht, dass Premierminister Xavier Bettel trotz der neuen Vorschläge eine Anfrage zur Unterredung ablehnt beziehungsweise erst gar nicht beantwortet. Dabei sei klar, dass «die Regierung Wasser in ihren 17-Prozent-Wein schütten muss».