In vielen Lyzeen Luxemburgs war gestern zu erfahren, dass die Attacke auf die Redaktion der französischen Satirezeitung Charlie Hebdo, die zwölf Tote und zahlreiche Verletzte forderte, in vielen Schulfächern thematisiert wurde. Die freie Meinungsäußerung und die Pressefreiheit seien die Hauptpunkte der Diskussionen gewesen.
„Überrascht war ich, wie viel junge Leute sich gleich mit diesem Drama, das sich in Paris abgespielt hatte, und mit den oben genannten Themen auseinandersetzten“, so ein Französisch-Lehrer am Freitag dem Tageblatt gegenüber.
Aus dem Unterrichtsministerium war zu erfahren, dass sich am Donnerstag unzählige Lehrkräfte mit der Frage gemeldet hatten, wie sie nun mit den Geschehnissen in Paris in ihren Kursen umgehen sollten.
Auch in Grundschulen
Doch nicht nur in den „großen Schulen“ wurden Programme von Schulstunden kurzfristig geändert, sondern auch in Grundschulen. Als Beispiel wollen wir hier die Grundschule von Heiderscheid in der Gemeinde Esch-Sauer hervorheben. Dort war das Tageblatt am Freitag zu Gast.
„In der Familie haben wir gleich am Mittwochabend lange Zeit darüber gesprochen“, so die junge Joyce. „Doch auch in der Schule haben wir lange darüber geredet. In der Französischstunde.“ Und die Banknachbarin hakte ein: „Wir haben in der Deutschstunde viel darüber erfahren. Doch auch bereits am Morgen vor der Schule habe ich mit Freunden und Freundinnen darüber diskutiert.“
«Ganz ganz schlëmm»
„Mein Vater wollte anfangs nichts davon hören, als ich die ersten Bilder auf dem Fernseher am Mittwoch gesehen habe“, so ein weiterer 12-jähriger Schüler. „Er war zuerst der Meinung, es sei eben ’nur’ ein weiteres Drama irgendwo in der Welt passiert, doch dann wurde ihm schnell klar, dass es ‚ganz, ganz schlëmm‘ war.“ Als sie sich eine Stunde lang die Bilder angesehen hatten, hätten sie „die Kiste“ ausgemacht und im Familienkreis über das Geschehene gesprochen.
„Ech hunn et iwer Twitter gelies“, „an ech op Facebook“ schallte es aus den hinteren Reihen des Klassensaals. Und auch am Freitag hatten in diesem Schulraum plötzlich wieder 10- bis 12-jährige Jungen und Mädchen das Bedürfnis, über „Meinungsfreiheit“ zu diskutieren.
Zu Demaart
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