Mittwoch21. Januar 2026

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«Das ist ein Tsunami»

«Das ist ein Tsunami»
(AFP)

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Jahrelang hat die Schweizer Notenbank den Franken mit Euro-Käufen künstlich niedrig gehalten. Jetzt gibt sie das feste Kursziel völlig überraschend auf und versetzt die Märkte in Aufruhr.

Das Ende des Mindestwechselkurses hat die Schweiz nach Angaben von Swatch-Chef Nick Hayek wie ein «Tsunami» getroffen. «Es fehlen mir die Worte», sagte der Chef des weltgrößten Uhrenherstellers am Donnerstag der Schweizer Nachrichtenagentur SDA. Mit Blick auf den Namen des Präsidenten der Schweizer Nationalbank (SNB), Thomas Jordan, fügte Hayek hinzu, Jordan sei auch der Name eines Flusses. «Und das, was die SNB da auslöst, ist ein Tsunami.»

Die Nationalbank hatte am Morgen nach mehr als drei Jahren den Mindestwechselkurs für den Franken zum Euro aufgehoben und damit die Finanzmärkte völlig überrascht. Der Leitindex der Schweizer Börse stürzte am Mittag um mehr als zwölf Prozent ab, der Kurs der Swatch-Aktie büßte mehr als 15 Prozent ein. Swatch exportiert fast alle seine Produkte ins Ausland. Der Mindestwechselkurs von 1,20 Franken pro Euro hatte es dem Unternehmen erlaubt, von ausländischen Käufern feste und nicht zu hohe Preise zu verlangen.

«Totale Überraschung»

Auch die Maschinenbauer befürchten «katastrophale Auswirkungen» auf die überwiegend mittelständischen Unternehmen, wie der Arbeitgeberverband Swissmechanic mitteilte. Nach Angaben der Schweizer UBS-Bank könnte die Maßnahme zu einem Rückgang der Exporte um fünf Milliarden Schweizer Franken führen. Die Entscheidung sei eine «totale Überraschung» gewesen.

Nach der Aufhebung des Mindestkurses gewann der Schweizer Franken am Donnerstag 30 Prozent an Wert im Vergleich zu anderen Devisen. Damit werden Schweizer Waren in anderen Ländern mit einem Schlag teurer. Auch Urlaub in der Alpenrepublik wird noch teurer.