Zu Beginn der Sitzung vom Mittwoch trat der heute 20-jährige Tom K. in den Zeugenstand. Er muss sich genau wie die anderen Angeklagten wegen Mordes verantworten. Tom K. soll sich aktiv an der Tat beteiligt haben. „Ich habe Berufung gegen das erste Urteil eingelegt, weil ich meine Schule abschließen und anschließend ein Studium beginnen will. Ich möchte mir eine Zukunft aufbauen“, so Tom K.
Laut Anklageschrift wurde am 20. November 2010 der 65 Jahre alte Raymond G. umgebracht. Dafür verantwortlich sollen sowohl Tom K. als auch Giuseppina T. (44), ihr Sohn Eric T. (24) und Sven R. (22) sein.
Gute Freunde
Der Beschuldigte Tom K. erklärte, dass er Eric T. mit 14 Jahren kennengelernt habe. Sie seien in dieser Zeit sehr gute Freunde gewesen und hätten sich fast jeden Samstag entweder beim Centre Aldringen oder auf der Kinnekswiss getroffen.
Am Tattag habe Tom K. sich gegen 14.00 Uhr in die Hauptstadt begeben. Eric T. erhielt einen Anruf von seiner Mutter. Er hat ihr versichert, dass er vorbeikommen würde. „Um was genau es bei dem Gespräch ging weiß ich jedoch nicht“, so Tom K. Er betonte aber, dass die Rede davon war eine Person zusammenzuschlagen. Tom K. nahm diese Aussage doch auf die leichte Schulter. „Mit dem Bus sind wir nach Haller gefahren. Dort angekommen saßen wir im Wohnraum und Eric T. hat sich sehr aggressiv gegenüber Raymond G. benommen“, erklärte Tom K. Anschließend haben, Giuseppina T. und Eric T. das Opfer zu Boden gestoßen,und hätten mit Füssen auf ihn eingetreten. Der Beschuldigte erzählte Eric T. hätte ihn dazu aufgefordert auch auf den Mann einzutreten. „Ech hun en dun och drei Mol mat Feiss gerannt an hun gesinn dass de Mann iwwerall gebludd huet. Dono huet den Eric him e Streck em den Hals geluet an sowuel den Eric an ech hunn dodrunn gezunn. Et war net laang. Mir hun opgehal wou d’Bludd aus den Oueren gelaaf ass. Wisou ech dat gemaachtt hunn kann ech mer bis haut net erklären“, so Tom K.
Sie brachten das Opfer in den Wald
Anschließend erklärte der Beschuldigte, dass Giuseppina T. das Opfer aufgefordert hatte sich zu waschen. Sie erklärte, dass man ihn ins Krankenhaus bringen würde. Dies sei jedoch nur ein Vorwand gewesen, um den Mann in den Wagen zu locken und ihn in den Wald zu bringen. „Zu dem Zeitpunkt habe ich gehofft, dass das Grauen bald ein Ende haben wird. Ich wollte nicht mehr mitmachen“, beteuerte Tom K.
Im Wald habe der Beschuldigte dann keine aktive Rolle mehr gespielt. „Im Wald habe er gesehen wie Sven R. dem Opfer eine Plastiktüte über den Kopf gezogen hat und mit einem Multimediakabel zugebunden hat. Eric T. und Giuseppina T. haben den Mann dann mit Frischhaltefolie eingewickelt“, erklärte Tom K. Eric T. und seine Mutter hätten die Hauptrollen gespielt und die Kommandos gegeben. Sowohl Giuseppina T. als auch ihr Sohn streiten dies aber ab. „Ich kann mir nicht erklären warum ich mich an der Tat beteiligt habe und entschuldige mich dafür. Ich wünsche niemandem solch einen Tod wie Raymond G. ihn hatte“, so Tom K. Nach der Tat seien sie mit dem Bus nach Luxemburg zurückgekehrt.
Mildernde Umstände gefordert
Anschließend ergriff der Verteidiger von Tom K. das Wort. Immer wieder ging Me Henri Frank darauf ein, dass sein Mandant sich eigentlich nicht an der Tat beteiligen wollte. Er habe aus Gruppenzwang gehandelt. Der Rechtsanwalt forderte, dass man im Urteil berücksichtigen soll, dass Tom K. zum Tatzeitpunkt noch minderjährig gewesen sei. Dies sei laut Me Frank ein Argument, um mildernde Umstände zu fordern. „Falls es zu einer Gefängnisstrafe kommen sollte, bitte ich das Gericht, diese integral zur Bewährung mit Auflagen auszusetzen“, so Me Henri Frank in seinem Plädoyer.
Am kommenden Montag soll der Prozess voraussichtlich abgeschlossen werden.
Zu Demaart
Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können