Luxemburg ist für seinen hohen Lebensstandard im Vergleich zu den anderen EU-Ländern bekannt, heißt es in einer Studie der Luxemburger Arbeiterkammer (CSL). Das wolle aber nicht heißen, dass es hierzulande keine Arme gibt. Zwischen 2009 und 2013 habe sich die Armutsrate in Luxemburg von 14,9 auf 15,5 Prozent erhöht. Zwischen 2003 und 2013 stieg das Armutsrisiko sogar um 41 Prozent, von 11 auf 15,5 Prozent.
Von Armut sind vor allem Arbeitslose betroffen. Aber die Zahl der bedrohten Beschäftigten steigt, heißt es in der Studie. So seien laut Eurostat inzwischen 10,1 Prozent der Arbeitnehmer im Alter zwischen 16 und 64 Jahren von Armut bedroht. Das sei Rekord in der EU. Der EU-Durchschnitt liegt bei 6,8 Prozent, der Durchschnitt in der Eurozone bei 7,2 Prozent.
Niedrigeres Armutsrisiko bei den Nachbarn
Im Vergleich zu den Nachbarländern schneidet Luxemburg bei der Armut am Arbeitsplatz schlecht ab, wird in der Studie betont. Das Armutsrisiko sei 28 Prozent höher als in Detuschland und 49 Prozent höher als in Frankreich. Die Luxemburger Arbeitnehmer seien auch drei Mal öfters von Armut bedroht als Beschäftigte in Belgien.
Luxemburg ist seit 2009 Spitzenreiter des europäischen Armutsrankings, mit Ausnahme von 2010, als Lettland noch schlechter abschnitt, als das Großherzogtum.
Allerdings muss man bei diesen Statistiken eine Fehlerspanne von zwei Prozent berücksichtigen. Die Zalen müssen auch mit Vorsicht analysiert werden. Druch das hohe Einkommen ist man in Luxemburg schneller arm, als in anderen europäischen Ländern, wo die Einkommens- und Armutsgrenze deutlich niedriger sind. So würde ein sogenannter «Armer» in Luxemburg in vielen anderen Ländern noch als Besserverdiener eingestuft.
Zu Demaart
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