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Aufarbeitung der Fälle läuft

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Im Missbrauchsskandal der katholischen Kirche wurden im Bistum Trier bislang mehrere Hunderttausend Euro an Opfer gezahlt. In Luxemburg wird noch keine Summe genannt.

Rund fünf Jahre nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in der Katholischen Kirche hat das Bistum Trier 396.500 Euro an Opfer gezahlt. 114 Betroffene hätten sich in den vergangenen Jahren gemeldet, teilte das Bistum am Montag mit. Beschuldigt worden seien 37 schon verstorbene Priester sowie 30 noch lebende. 21 dieser kircheninternen Verfahren wurden den Angaben zufolge abgeschlossen, neun sind noch in Bearbeitung. Zudem gingen 83 Anträge auf finanzielle Entschädigung ein, 79 wurden bewilligt.

Teilweise seien Priester aus dem Klerikerstand entlassen worden, teilweise hätten sich die Vorwürfe nicht bestätigt, teilte Bistumssprecher André Uzulis auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Ein Priester habe von sich aus einen Antrag auf Entlassung gestellt, den Papst Franziskus angenommen habe. In einem Fall sei die kirchenrechtliche Voruntersuchung zwar abgeschlossen worden. Der Priester sei dann aber gestorben, bevor der Abschlussbericht erstellt und die Glaubenskongregation informiert werden konnte.

Weil die aufgedeckten sexuellen Übergriffe von Priestern und Geistlichen oft Jahrzehnte zurückliegen, sind viele der Taten bereits strafrechtlich verjährt. Im Kampf gegen Missbrauch werden im Bistum Trier auch Mitarbeiter geschult, um sexuelle Übergriffe in Kircheneinrichtungen künftig zu verhindern. Triers Bischof Stephan Ackermann ist von der Deutschen Bischofskonferenz auch mit der Aufarbeitung des bundesweiten Missbrauchsskandals betraut worden. Deutschlandweit stellten laut Bischofskonferenz bis heute etwa 1500 Menschen Anträge auf finanzielle Entschädigungszahlungen.

Aufarbeitung läuft

Auch in Luxemburg wurden mehr als hundert Missbrauchsfälle gemeldet. Auch hier versprach die katholische Kirche Aufklärung und kündigte Entschädigungszahlungen an. Tageblatt.lu wollte eine Bestandsaufnahme machen und fragte bei der Erzdiozöse nach. Man sei derzeit mit anderen aktualitätsgebundenen Dossiers beschäftigt. Man könne derzeit keine Auskunft geben, sagte ein Bistumssprecher gegenüber Tageblatt.lu. In ein paar Tagen habe man wieder mehr Zeit. Das Dossier sei noch nicht abgeschlossen. Die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle sei in vollem Gange, heißt es. Details wurden keine genannt.

Anfang 2010 wurden die ersten Fälle hierzulande bekannt. Diese lagen oft 30 Jahre und mehr zurück. Eine Hotline wurde eingerichtet. Innerhalb eines Jahres meldeten sich laut einem Abschlussbericht bei der Kontaktstelle der Erzdiözese für Missbrauchsopfer 138 Menschen. 100 klagten über Gewalt, 39 Mal wurden sexuelle Misshandlungen gemeldet. Die meisten Opfer (60 Prozent) waren Männer. In 114 Fällen ermittelte die Staatsanwaltschaft.

Die Folgen des Skandals

Danach begann das erzbischöfliche Ordinariat, die Fälle aufzuarbeiten. Im April 2011 trat ein Leitfaden zum richtigen Umgang bei sexuellem Missbrauch im «kirchlichen Bereich» in Kraft.

Auch ordnete Erzbischof Jean-Claude Hollerich 2012 per Dekret, die Zahlung von bis zu 5.000 Euro an die Opfer an. Das Geld sollen sie von ihren Peinigern erhalten, wenn die Tat verjährt und Schadenersatz nicht mehr gerichtlich erwirkt werden kann. Kann oder will der Täter nicht selbst zahlen, springt die Kirche ein. Eine unabhängige Kommission soll die Ansprüche prüfen und die über die zu erbringenden Leistungen festlegen.

Anträge auf Entschädigung mussten binnen einer Frist von drei Monaten von allen Personen erhoben werden, die sich bei der «Hotline» gemeltet hatten. Anfang Januar 2011 wurde die «Hotline» der Erzdiozöse abgeschaltet. Auch Menschen, die sich bei der Missbrauchsbeauftragten melden haben danach drei Monate Zeit, um ihren Antrag einzureichen. Im November 2014 hat Martine Jungers das Amt der Missbrauchsbeauftragten der Erzdiözese von Yvonne Lanners übernommen.