Mehrere Abkommen regeln in Zukunft den internationalen Austausch von Finanzdaten weltweit. Die Länder, darunter Luxemburg, verpflichten sich zur gegenseitigen Information über Kontodaten von Privatpersonen. Mit dem Informationsaustausch soll es für Steuerämter einfacher werden, Finanzströme zu kontrollieren. Ziel ist es, Steuerflucht einzudämmen. Der Druck auf die Banken ist gestiegen. Das wirkt sich jetzt auch auf die Kunden aus.
So werden immer mehr Menschen von Banken in der Schweiz oder Luxemburg dazu gezwungen, ihre Konten aufzulösen, berichtet die belgische Tageszeitung «De Standaard». Sie berichtet dabei von belgischen Kunden und spricht von ausmisten.
Nachweis
«Ich habe jede Woche Menschen bei mir. Sie beschweren sich, dasss die von ihnen einen Nachweis wollen, dass sie ihr Geld ordnungsgemäß versteuert haben. Wenn nicht, werden sie vor die Tür gesetzt,» erklärt Steueranwalt Michel Maus gegenüber der Zeitung.
Der Professor der Freien Universität Brüssel erklärt der Zeitung, die unterschiedlichen Methoden der Banken. Die feine Art: Einige Banken bitten ihre Kunden um Erlaubnis, ihre Kontodaten an die belgischen Steuerbehörden zu übermitteln. Die meisten Kunden würden da von alleine alles abheben.
Eingefroren
Die grobe Art: Der Bankkunde muss beweisen, dass er sein Geld ordnungsgemäß versteuert hat. Kann er das nicht, wird er freundlich dazu aufgefordert, sein Konto in dem Geldhaus aufzulösen. Im schlimmsten Fall wird sein Konto einfach eingefroren, berichtet «De Standaard».
Michel Maus erklärt gegenüber der Zeitung, dass die Banken derzeit große Angst davor haben, als Geldwäscher international gebrandmarkt zu werden. Sie fürchten einen Imageschaden.
Selbstanzeigen
Immer mehr Kunden haben in den vergangenen Wochen und Monaten beim heimischen Fiskus angeklopft und Selbstanzeige erstattet. In Belgien gab es im vergangenen Jahr zehntausende solcher Selbstanzeigen wegen Schwarzgeld. Die belgischen Medien berichten von einem regelrechten Ansturm. Das gleiche Bild auf deutscher Seite. 2014 sorgte beim Finanzamt Trier für volle Kasse. Waren es 2013 noch 178 Selbstanzeigen beim Finanzamt Trier, sind es 2014 insgesamt 937 gewesen. Das ist mehr als das 5-fache des Vorjahres.
Zu Demaart
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