Mittwoch21. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Des einen Freud, des anderen Leid

Des einen Freud, des anderen Leid
(dpa/Symbolbild)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Am Sonntag wird die Kreditkarte 65 Jahre alt. Sie wurde in den USA erfunden. Heute ist sie längst ein Massenphänomen.

Seine revolutionäre Geschäftsidee soll Frank McNamara nach dem peinlichen Ende eines Essens in New York gekommen sein: Als der Geschäftsmann die Rechnung begleichen wollte, fiel ihm mit Schrecken auf, dass er nicht genug Bargeld in der Brieftasche hatte. Um nie wieder in diese unangenehme Situation zu kommen, ersann McNamara eine Lösung und präsentierte am 8. Februar 1950 die Diners Club Card – die erste Kreditkarte der Welt.

In den darauf folgenden 65 Jahren trat die Erfindung einen weltweiten Siegeszug an. Ob sich die noch heute von Diners Club als Gründungsmythos gepflegte Episode in dem New Yorker Restaurant tatsächlich so zu getragen hat, ist unsicher. Eine Schweizer Zeitung berichtete einmal unter Berufung auf McNamaras PR-Agenten, dass die Geschichte als Werbegag ersonnen wurde.

Grundlegende Neuerung

Klar ist jedoch, dass McNamara im Februar 1950 die erste Kreditkartenorganisation der Welt gründete. Zunächst erlaubten 28 Restaurants und zwei Hotels den aus der New Yorker Oberschicht stammenden Inhabern der damals noch aus Karton gefertigten Diners Club Card, ihre Ausgaben anzuschreiben. Bezahlen musste der exklusive Zirkel erst am Ende eines jeden Monats, abgerechnet wurde gegen Gebühr über den Diners Club, der nach Angaben des Unternehmens bereits im ersten Jahr 10.000 Mitglieder zählte.

Für den Geldverkehr bedeutete die Kreditkarte eine grundlegende Neuerung. Neben Restaurants und Hotels nahmen nach und nach auch Reisebüros, Autoverleiher, Fluglinien und Geschäfte zunächst in den Vereinigten Staaten und schließlich weltweit die Karten an. Schnell witterten auch Konkurrenten von Diners Club das lukrative Geschäft und Unternehmen wie Mastercard, American Express und die Bank of America brachten eigene Karten auf den Markt.

Datendiebe

Die Inhaber von Kreditkarten können meist mit Leichtigkeit weltweit ohne Bargeld in der Tasche bezahlen, Geld abheben oder sie als Sicherheit etwa bei einem Autoverleih angeben. Für einige Transaktionen fallen dabei aber Gebühren an. Doch die Karten haben auch Nachteile. Viele Buchungen und Käufe im Internet sind ohne Kreditkarte kaum noch möglich, obwohl dort Gefahr lauern kann.

Datendiebe ergaunern immer wieder Kreditkartennummern, wogegen die Inhaber so gut wie machtlos sind. Ein weiteres Problem ist im Grundprinzip der Kreditkarten angelegt: Bei einer Zahlung wird der fällige Betrag meist nicht sofort abgebucht, sondern taucht erst mit Verzögerung als Minus auf dem Bankkonto auf. Der Verbraucher muss also aufpassen, sich nicht aus Versehen zu sehr zu verschulden.