Gegründet wurde Cargolux Italia im Jahre 2008. Ursprünglicher Gedanke war es, hierdurch an Flugrechte, insbesondere nach Japan, zu gelangen, die Cargolux Luxemburg direkt nicht zugänglich wären. Bereits das war nicht ganz korrekt, da unabhängige Gutachten ergeben hätten, dass es keine legale Einschränkungen für Cargolux Flugzeuge vom Flughafen Mailand nach Japan gibt, hält die Personaldelegation in einem Gutachten fest. In einem negativen Gutachten, das sie dem Verwaltungsrat bereits zugestellt hat.
300 Arbeitsplätze
Als Reaktion auf die gestrige Pressekonferenz der Gewerkschaften wandte sich die Direktion der Cargolux gestern ebenfalls an die Presse. Dabei wurde unterstrichen, dass man die Kosten reduzieren müsse. Dies sei auch der Grund für die Auslagerung der Flugzeuge nach Italien.
Dass die Diskussionen mit den Gewerkschfaten nicht zu einem Ende kämen, läge am LCGB. Dieser würde eine Kostensenkung seit Septeber letzten Jahres ablehnen. Cargolux erinnerte daran, dass man noch in diesem Jahr rund 300 neue Arbeitspläte direkt oder indirekt schaffen werde.Der Standort Luxemburg werde demnach nicht ausgehöhlt.
Dieser kommt am Montag zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Das Gutachten, vom Sekretär des gemischten Betriebsrates David Massaro, vom federführenden OGBL, unterzeichnet, weist zudem darauf hin, dass die Konkurrenz in Mailand dabei ist zuzunehmen, weil gleich drei weitere Gesellschaften auf den Markt stossen werden.
Nichts anderes als Sozialdumping
Der Zugang zu Routen nach Japan ist inzwischen auch nicht mehr das vorrangige Argument der Cargolux-Direktion. Sie hat auf den Kostenpunkt umgeschwenkt. Italienische Piloten wären 25% billiger und würden zudem rund 20% mehr Flugstunden leisten können, so ihr Argument. Das lassen die Gewerkschaften und die Piloten jedoch nicht gelten. Der Generalsekretär der „Association luxembourgeoise des pilotes de lignes“, Dirk Becker stellte bereits klar, dass die Verwaltungskosten und die Zertifikation die Einsparungen bei den Lohnkosten in Italien bei weitem überwiegen würden. Im Rahmen einer gestrigen Pressekonferenz der ALPL, gemeinsam mit dem LCGB, betonte Dirk Becker zudem, dass Cargolux Italia seit der Gründung 2008 Verluste einfahre, bislang insgesamt rund 20 Millionen Dollar.
Auch mit dem Argument der 20% mehr Flugstunden ist Dirk Becker nicht einverstanden. So seien in Luxemburg ebenso wie in Italien bis zu 900 Flugstunden erlaubt. Würde man die Flugzeiten in Luxemburg um 20% erhöhen, käme man auf rund 600 Stunden oder 33 Minuten pro Tag zusätzlich. Damit könnte man sich das ganze Outsourcingsparen, so Becker. Das ganze Vorgehen in Italien ist für die Gewerkschaften nichts anders als Sozialdumping. Denn die Maschinen von Cargolux Italien werden ab Luxcemburg eingesetzt.
In Italien nicht beliebt
Zudem scheint Cargolux Italia sich in Italien mit ihrer Sozialpolitik ohnehin nicht beliebt zu machen. Das Rekrutieren von Piloten für die B-747-Maschinen gestalte sich dort immer schwieriger, angesichts der Löhne, die Cargolux Italia biete, heisst es hierzu in dem gewerkschaftlichen Gutachten. Bei den iatlienischen Crews nehme die Unzufriedenheit über Bezahlung und soziale Leistungen ständig zu, was zu freiwilligen Abgängen führen könne. Bereits jetzt gebe es zahlreiche Hinweise darauf, dass andere Gesellschaften dabei sind, einige der Cargolux Italia Piloten abzuwerben.
Bedenken gibt es auch im Bereich der Sicherheit. Wenn die Flotte in Italien von zwei auf fünf ausgebaut werde, bedeute dies dass die Anzahl der Piloten mehr als verdoppelt werden müsse. Hierunter könnte das durchschnittliche Erfahrungsniveau leiden. Sicher müssten Piloten minimale gesetzliche Bestimmungen erfüllen. Aber eben für die B-747 könnten die wenigsten kaum Erfahrung nachwesisen, weil sie solche Maschinen noch nicht geflogen seien. Wenn sie dann wie geplant auf den Routen nach Afrika oder Sürdamerika zum Einsatzt gelangen würden, stelle dies ein Risiko dar. „Wir befürchten, dass in Italien in Sachen Flugsicherheit einem minimalistischen Ansatz der Vorrang gegeben wird“, fasste es auch Dirk Becker zusammen.
Zu Demaart
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