Unternehmen als Partner für Beschäftigung“, so der Arbeitstitel des am Freitag im Arbeitsministerium vorgestellten Programms. Es ist die Umsetzung einer Erklärung, die die Arbeitgeber in ihrem Abkommen mit der Regierung im Januar eingegangen sind. Obwohl jedes Jahr in Luxemburg rund 9.000 Arbeitsplätze geschaffen werden, bleibt die Zahl der Arbeitssuchenden ziemlich konstant bei 18.000 stehen. Für Michel Wurth, Präsident der «Union des entreprises luxembourgeoises» (UEL), ist dies ein Paradox. Es gelte, den Betroffenen eine neue Chance zu bieten.
Er richtete einen feierlichen Appell an alle Unternehmen, ob aus Handwerk, Horeca, Handel, Bau, Industrie oder Dienstleistung, die neue Zusammenarbeit mit der ADEM einzugehen. Möglich wird die Umsetzung der UEL-Initiative laut Wurth vor allen Dingen durch die von Arbeitsminister Nicolas Schmit eingeleitete Reform der ADEM. Vorher war die ADEM eine Verwaltung, jetzt ist sie eine modern ausgerichtete Agentur, ein „Service Provider“ (Dienstanbieter) und ein Partner der Unternehmen, so Michel Wurth.
Neue Arbeitsweise der ADEM
Gemeinsam mit Minister Nicolas Schmit hofft er, dass die neue Arbeitsweise der ADEM dazu führen wird, dass die Betriebe im Land freie Stellen auch wieder bei der Agentur melden. Bislang liegt dieser Prozentsatz bei nur 30%. „Es fehlt an Transparenz auf dem Arbeitsmarkt. Dabei haben wir z.B. für die Sektoren Handel, Bau und Horeca, in denen viel eingestellt wird, durchaus angebrachte Kandidaten“, so Isabelle Schlesser, die Direktorin der ADEM, früher bei Luxinnovation.
Nun sollen zusätzliche vertrauensbildende Initiativen helfen, das Verhältnis zwischen ADEM und Unternehmen weiter zu entspannen. So werden die Unternehmen in den nächsten Monaten befragt, was aus ihrer Sicht gut ist bei der ADEM, was verbesserungsbedürftig. Den Betrieben will man individuelle Konventionen anbieten, die sie als „Partner-Unternehmen“ auszeichnen sollen. Ganz besonders jedoch will man mehr über die personellen Bedürfnisse der Betriebe erfahren. Hierauf aufbauend will man diesen vorschlagen, künftige Mitarbeiter durch die ADEM quasi nach Maß ausbilden zu lassen.
Mit einer breiten Sensibilisierungskampagne sollen Betriebe und breite Öffentlichkeit auf das Programm aufmerksam machen. Insgesamt will man bewirken, dass die Zahl von bislang rund 11.000 erfolgreichen Vermittlungen von bei der ADEM eingetragenen Arbeitssuchenden an Unternehmen im Jahr auf deren 12.600 steigt. Michel Wurth zeigte sich optimistisch. Er erinnerte daran, dass bereits jetzt sowohl die Handels- als auch die Handwerkerkammer Arbeitssuchenden den kostenlosen Zugang zu Weiterbildungskursen anbieten.
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