Der französische Staat erhöht seinen Anteil an Renault auf fast 20 Prozent, um sich seine Kontrolle bei dem Autobauer zu sichern. Wie das Finanzministerium am Mittwoch mitteilte, kauft Frankreich bis zu 14 Millionen Aktien oder 4,73 Prozent hinzu. Der Wert der Papiere bewege sich zwischen 814 Millionen und 1,23 Milliarden Euro. Ziel der Aufstockung sei, bei der nächsten Renault-Hauptversammlung einen Antrag zu verhindern, der den staatlichen Einfluss verkleinern könnte.
Frankreich führte 2014 ein Vorgabe zum Schutz französischer Industrie-Standorte ein. Das sogenannte Florange-Gesetz räumt Investoren ein Doppelstimmrecht ein, die Aktien im eigenen Namen erwerben und diese mindestens zwei Jahre lang halten. Die Vorschrift wurde nach der Stahlstadt Florange wegen der dort stillgelegten Hochöfen benannt.
Aktionäre können allerdings auf Hauptversammlungen beschließen, das Einstimmrecht pro Aktie beizubehalten. Ein entsprechender Antrag liege für das Aktionärstreffen von Renault am 30. April vor. Die Regierung wolle sicherstellen, dass der Antrag nicht durchkomme, teilte das Wirtschaftsministerium mit. Langfristig habe der Staat dagegen nicht das Ziel, seine Beteiligung aufzustocken, sagte ein politischer Insider. Doppelstimmrechte sind in Frankreich bereits weit verbreitet. Dank neuer Modelle und gesenkter Kosten hat Renault zuletzt wieder mehr Gewinn eingefahren.
Zu Demaart
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