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Auf der Suche nach dem Schuldigen

Auf der Suche nach dem Schuldigen
(dpa)

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März 2011 kam es zu einem Überfall auf das Casino 2000 in Mondorf. Rund 85.000 Euro konnten die Täter erbeuten. Zwei Beschuldigte müssen sich nun wegen des Überfalls vor dem Berufungsgericht verantworten.

In erster Instanz wurde J. einer der Beschuldigten zu 16 Jahren Haft verurteilt (Link) . Der andere, M. wurde von den Richtern freigesprochen. Laut den Erkenntnissen der Polizei waren die Täter zu fünft. Einer wartete im Fluchtauto, einem BMW M3, und die anderen vier haben das Casino 2000 überfallen.

Die Täter seien, laut den Ermittlern, sehr professionell vorgegangen. Sie sollen das Casino mit einem Vorschlaghammer, einer Kalaschnikow und drei Revolvern betreten haben. Zwei von den mutmaßlichen Tätern sitzen nun auf der Anklagebank des Berufungsgerichtes in Luxemburg. Ein Dritter sitzt zurzeit in der Nähe von Lyon in Untersuchungshaft. Hier wird ihm vorgeworfen, einen Juwelierladen überfallen zu haben. Sowohl die luxemburgischen als auch die französischen Behörden gehen davon aus, dass eine Bande von rund 20 Personen verantwortlich für zahlreiche Casinoüberfälle in Europa ist. Von den beiden anderen, die am Überfall in Luxemburg beteiligt waren, fehlt bisher jede Spur.

DNA-Spuren

Laut den Experten wurden im Fluchtwagen sowohl am Lenkrad als auch am Sicherheitsgurt und an der Handbremse DNA-Spuren vom Angeklagten J. gefunden. Der BMW M3 wurde nach dem Überfall in der Nähe von Metz gefunden. Die Täter hatten versucht, den Wagen in Brand zu stecken. Auch ein anderer Wagen, ein Audi S8, der bei einem Überfall in Brüssel gedient haben soll, wurde von den Experten untersucht. Auch hier wurden DNA-Spuren von J. gefunden.

Der Beschuldigte J. erklärte vor den Berufungsrichtern nichts mit dem Überfall zu tun zu haben. Auf die Frage des Vorsitzenden der Kriminalkammer, wie er sich die DNA-Spuren im BMW M3 erklären würde, gab der Angeklagte an: «Der Wagen stand auf einem Parkplatz in Villeurbanne (ein Vorort von Lyon, alle Täter stammen von dort, d. Red.). Die Türen waren nicht abgeschlossen. Nachdem ich das kaputte Zündschloss sah, dachte ich mir, dass es sich um einen gestohlenen Wagen handeln muss. Ich wollte nur die Felgen klauen und brachte den Wagen auf einen anderen Parkplatz – deswegen wurde meine DNA im Auto gefunden», so der Mann.

«Keine Beweise»

Darüber hinaus erläuterte er am Monatg, dass er nicht für eine Tat verurteilt werden kann, die er nicht beging. Der Verteidiger von J., Me Philippe Stroesser sprach von einem Indizienprozess. «Die Staatsanwaltschaft in erster Instanz hatte zu Beginn des Prozesses Andeutungen gemacht, dass mein Klient schuldig sein muss. Hier hat die Justiz versagt. Es gibt keine Beweise und laut Gesetzt muss mein Mandant freigesprochen werden», so Me Stroesser.

Der Beschuldigte M. der in erster Instanz freigesprochen wurde, wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern weil er nicht bei dem Überfall dabei war. Die Generalstaatsanwaltschaft glaub ihm nicht und legte Berufung gegen das Urteil ein. Der Prozess wird am Mittwoch abgeschlossen.

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