Was ist das Profil des möglichen Wählers, wenn am 7. Juni das Ausländerwahlrecht ein «Ja» erhält? Dieser Frage ging die Statistikbehörde Statec in einer Studie nach. Für die Analyse wurde sich auf die Resultate der Volkszählung von 2011 sowie aktuelle Bevölkerungsstatistiken berufen.
Die ausländische Bevölkerung hierzulande beträgt 43 Prozent der Gesamtbevölkerung. 57 besitzen die Luxemburger Nationalität: 48,7 Prozent sind gebürtige Luxemburger, 8,3 Prozent wurden eingebürgert, so der Statec.
Fast 205.000 Ausländer im wahlfähigen Alter
Aus der Erhebung geht hervor, dass am 1. Januar 204.769 ausländische Mitbürger im Alter von über 18 Jahren hierzulande wohnten. Bei den nächsten Parlamentswahlen gäbe es 35.000 Ausländer, welche sich theoretisch in die Wählerlisten eintragen könnten, schätzt das statistische Amt. Für die Wahlen danach könnten es 105.000 werden.
Mehr Wählerinnen
Zählt man Luxemburger und Ausländer, welche die Kriterien für einen Urnengang erfüllen könnten, zusammen, so kommt man auf 78 Prozent der Bevölkerung, die wahlberechtigt sind. Es dürften leicht mehr Frauen wählen gehen als Männer (51,4 gegenüber 48,6 Prozent). Die Mehrzahl der möglichen ausländischen Wähler sind Paare mit Kindern.
Die potenziellen ausländischen Wähler haben des Weiteren ein Durchschnittsalter von 46,7 Jahren und sind damit rund drei Jahre jünger als die Luxemburger Wähler. Bei den jungen Wählern bis 30 Jahre würden mehr Luxemburger als Ausländer am Urnengang teilnehmen. Grund hierfür sei, dass die jungen Ausländer oft nicht die vorgeschriebene Residenzdauer von 10 Jahren erfüllen, erklärt der Statec. 42 Prozent der potenziellen ausländischen Wähler sind Portugiesen, vor den Italienern und Mitbürgern aus einem der Nachbarländer Luxemburgs.
Bei den Berufsständen sind 21 Prozent der luxemburgischen Wähler Rentner, bei den Ausländern beträgt dieser Anteil nur fast 16 Prozent. 60 Prozent der ausländischen Wähler sind in einem Lohverhältnis. Das ist bei nur etwa der Hälfte der Luxemburger Wähler der Fall. 76,7 Prozent der ausländischen Arbeitnehmer arbeiten in der Privatwirtschaft. Nur 51,1 Prozent der Luxemburger tun dies. Die meisten ausländischen Arbeitnehmer arbeiten im Horesca-Bereich, im Transportwesen, im Handel oder im Baugewerbe. Etwa die Hälfte der potenziellen nicht-luxemburgischen Wähler haben gar keine oder nur ein niedriges Bildungsniveau. Bei den Luxemburgern sind es nur etwa mehr als 30 Prozent.
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