Die EU-Drogenbeobachtungsstelle veröffentlichte am Donnerstag ihren Jahresbericht 2014. Der Bericht erwähnt auch Luxemburg. Cannabis bleibt auch in Luxemburg die beliebteste Droge. Genaue Zahlen gibt es jedoch keine. Es wird u.a. auf die hohe Dunkelziffer verwiesen. Kokain, „Ecstasy“ und Amphetamine befinden sich im Großherzogtum weiter auf dem Vormarsch, heißt es. Die Zahl der Heroin-Abhängigen habe sich aber verringert.
Einer Studie zufolge spritzen sich zwischen 1500 und 2400 Personen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren in Luxemburg Drogen. Die Anzahl der sogenannten «problematischen» Drogenabhängigen wird mit 6,2 pro Tausend Einwohner angegeben. Ihre Anzahl sinke jedoch, wird betont.
2013 befanden sich 289 Personen in Therapie, 19 davon zum ersten Mal. Über die Hälfte der Patienten waren Heroin-abhängig, 31 Prozent versuchten vom Cannabis-Konsum wegzukommen und 17 Prozent waren Kokain-abhängig. Laut Statistik waren 80 Prozent der Patienten Männer. 11 Menschen starben 2013 in Luxemburg an einer Überdosis. 2007 waren es noch 33 Fälle. 2013 verzeichneten die Drogenberatungsstellen 5.084 Kontakte, wobei Personen mehrfach erfasst wurden. Zum Vergleich: 2002 waren es 4.701 Personen.
Die Lage in Europa
Sorgen bereiten den Experten jedoch die neuen legalen Drogen. sie seien europaweit auf dem Vormarsch: Die EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) hat sich besorgt über die rasante Zunahme neuer psychoaktiver Substanzen gezeigt. Laut dem am Donnerstag in Lissabon vorgestellten Jahresbericht der EBDD kamen im vergangenen Jahr durchschnittlich zwei sogenannte Legal Highs pro Woche neu auf den Markt.
2014 seien 101 neue legale Drogen gezählt worden, 2013 seien es 81 gewesen, heißt es in dem Bericht. Insgesamt sind der EBDD 450 dieser Substanzen bekannt. Legal Highs enthalten chemische Substanzen, die ähnliche Wirkungen entfalten wie illegale Drogen wie etwa Ecstasy oder Kokain. Zwar hätten die Legal Highs bei den Nutzern noch nicht die Oberhand gewonnen, heißt es in dem Bericht. «Aber sogar ein begrenzter Konsum gibt aufgrund der starken Giftigkeit einiger (neuer Drogen) Anlass zur Sorge.» Polizeibehörden hatten erst im April vor diesen Drogen gewarnt, die oft als harmlose Badesalze oder Kräutermischungen angeboten werden. Sie werden meist im Internet vertrieben – oft anonym und mit virtuellen Währungen wie Bitcoin. Die EBDD hat 650 Online-Drogenhändler identifiziert, die Legal Highs an Europäer verkaufen. «Der Anstieg von Online- und virtuellen Drogenmärkten stellt eine große Herausforderung für die Strafverfolgungsbehörden und Drogenfahnder dar», heißt es in dem Jahresbericht.
Heroin auf dem Rückzug
«Relativ positiv» wertete die Behörde die Entwicklung bei den traditionellen illegalen Drogen wie Heroin, das eine stagnierende Nachfrage erlebe. Die Zahl der Menschen, die sich in den EU-Ländern wegen Heroinsucht in Behandlung begeben haben, ging dem Bericht zufolge von 2007 bis 2013 um mehr als die Hälfte zurück – von 59.000 auf 23.000. Die Hälfte der 1,3 Millionen Langzeit-Heroinsüchtigen befinde sich in Behandlung.
Weiter heißt es in dem Bericht, dass die Polizei weniger Heroin beschlagnahmt habe. Allerdings warnte die Drogenbeobachtungsstelle, dass die steigende Opium-Produktion in Afghanistan die Nachfrage in Europa wieder verstärken könnte. Auch hätten Schmuggler ihre Routen ausgeweitet: Die Drogen würden nicht mehr nur über den Balkan auf dem Landweg transportiert, sondern kämen auch per Flugzeug oder Schiff aus Afrika und von der Arabischen Halbinsel.
Aufputschmittel Kokain
Unter den aufputschenden Drogen ist Kokain die am meisten konsumierte illegale Substanz in der EU. Im vergangenen Jahr hätten in der EU geschätzte 3,4 Millionen Erwachsene Kokain konsumiert, gefolgt von Ecstasy mit 2,1 Millionen Erwachsenen. Acht der elf Länder, die Daten zum Kokainkonsum erheben, verzeichneten einen Rückgang des Konsums.
Die meistkonsumierte illegale Droge insgesamt in der Europäischen Union war auch im vergangenen Jahr Cannabis mit 19,3 Millionen Nutzern. Schätzungen zufolge greift ein Prozent der EU-Bevölkerung täglich oder nahezu täglich zu Cannabis. Deutschland verzeichnete im vergangenen Jahr ebenso wie Spanien und Großbritannien einen Rückgang, während der Cannabis-Konsum in anderen Ländern zunahm, etwa in Luxemburg, in Frankreich und in den nordischen Ländern.
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