Die Moderatorin Maybrit Illner nannte es die «Grexit-Show»: Am Donnerstagabend wurde in ihrer Talkshow über den Austritt Griechenlands aus der Eurozone debattiert. An diesem Freitag steht eine Zahlung an den Internationalen Währungsfond (IWF) an – doch die Griechen zahlen nicht, die Zahlung wurde auf Ende Juni verschoben.
In Brüssel arbeite man intensivst daran, bis dann eine Lösung zu finden, sagte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz. Es sei jedoch schwierig, sich mit Athen zu einigen. «Mir gehen die Griechen, etwa Herr Varoufakis, gewaltig auf die Nerven», wetterte er. Weigere sich Athen weiter, eine Einigung zu finden, schade das «nicht Herrn Varoufakis, sondern dem Hafenarbeiter in Athen», so Schulz. Eine Lösung müsse her «für ein Land von zehn Millionen Menschen, das vor dem totalen Zusammenbruch steht».
«Durchschummeln»
Als der Publizist Wolfram Weimer eine Rückkehr zur Drachme vorschlug, erwiderte Schulz: «Ein Austritt aus dem Euro wäre automatisch ein Austritt aus der EU.» Dem pflichtete Ulrike Guérot von der Stiftung «Open Society Initiative for Europe» bei: «Wenn etwas mit Griechenland passiert, hängen alle Europäer im Schlamassel.»
Wenig Hoffnung für eine Lösung sah der europakritische Slowake Richard Sulik: «Die Griechen tanzen auf den Köpfen der Gläubiger herum – nach dem Motto: Die werden schon nachgeben.» Weimer pflichtete bei: «Wie Griechenland sich immer weiter durchschummeln will, hat mit einem gerechten Europa nichts zu tun.»
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