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Das Imperium schlägt zurück

Das Imperium schlägt zurück
(dpa/Karl-Josef Hildenbrand/Symbolfoto)

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In einem langen Schreiben melden sich die Religionslehrer der Sekundarstufe zu Wort. Der Werteunterricht bleibt ihnen ein Dorn im Auge. Es wird geschmollt und kritisiert.

In einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme ziehen die Religionslehrer der Sekundarstufe gegen Äußerungen zum Thema Werteunterricht zu Felde. Sie bedauern unter anderem, dass der Religionsunterricht aus politischen Gründen abgeschafft wurde und die Forderung zahlreicher Eltern nicht berücksichtigt wurden.

Sie monieren, dass Vertreter der Formation Morale et Sociale mit «großem medialen Aufwand» sich als die besseren Lehrer für den Werteunterricht «zu profilieren» versuchen. «Wir sind perplex, dass viele Lehrer der Formation Morale et Sociale ihre religionswissenschaftlichen Kompetenzen nicht in Frage stellen,» heißt es.

Fundamentalismus und Fanatismus

Sie zweifeln an der «Objektivität mancher Laizistenvertreter, die pauschal, einseitig und gebetsmühlenartig die Kompetenzen der Religionslehrer in Sachen Werteunterricht in Frage stellen.»

Die Religionslehrer protestieren in ihrer Stellungnahme dagegen, dass «Theologen bei jeglicher Auseinandersetzung mit Religion automatisch unterstellt wird zu indoktrinieren» (Link). Vielmehr sind sie der Meinung, dass «jeder gebildete Mensch eine kritische Distanz zu einer ihm mehr oder weniger wichtigen Weltanschauung braucht, damit er die Gefahren jeglichen Fundamentalismus und Fanatismus einzuschätzen weiß.»

Gamelanmusik und Händel

Probleme haben die Religionslehrer auch damit, dass beim Werteunterricht alle Weltreligionen den gleichen Stellenwert haben sollen. In der Stellungnahme heißt es: «Der Stellenwert und die Gewichtung von Religionen ergeben sich aus ihrer kulturellen Verflechtung und gesellschaftspolitischen Herausforderung. Wird zum Beispiel der Musiklehrer der indonesischen Gamelanmusik den gleichen Zeitraum widmen wie Bach und Händel? Oder wird der Kunstlehrer der asiatischen Kunst den gleichen Zeitrahmen gewähren wie der abendländischen?

Die Religionslehrer ewarten bei der Planung des neuen Fachs Werteunterricht «Auseinandersetzungen und reichlich Diskussionstoff». Sie setzen aber trotz aller Kritik auf eine «kompromissbereite Position» um zu einem «konsensfähigen Modell» zu gelangen.

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