Eigentlich hätte der Brückepreis dem EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker bereits im April überreicht werden sollen. Doch da kam der Krisengipfel zu den Flüchtlingsdramen dazwischen. Die Vergabe der Internationalen Auszeichnung der Europastadt Görlitz (Zgorzelec) musste verschoben werden.
Juncker sehe ebenso die sozialen und kulturellen Aspekte und engagiere sich für ein auf Stabilität und Wachstum orientiertes Europa, schreibt der MDR über die Begründung der Brücke-Gesellschaft zu ihrer Wahl. Juncker habe als eine der «maßgeblichen Persönlichkeiten» das Wiederzusammenwachsen Europas auch «gegen massive Widerstände» vorangetrieben. «Seine scharfen, empirisch basierten Analysen zum ökonomisch und politisch Machbaren bezogen stets auch menschlich-soziale Aspekte ein.»
«Kein Brückepreis für Steuerhehler»
Doch nicht jeder ist einverstanden mit der Vergabe des Preises an den Luxemburger: Über 200 Menschen haben eine Petition «Kein Brückepreis für Steuerhehler» unterschrieben.
Mitinitiator Matthias Wenzel kritisiert gegenüber MDR, dass Juncker in seiner Amtszeit als Premierminister von Luxemburg die Rahmenbedingungen dafür geschaffen habe, dass internationale Großkonzerne Steuermittel in Milliardenhöhe aus verschiedenen europäischen Ländern abziehen konnten. «Juncker hat damit die Sozialsysteme einiger Länder zugunsten von Luxemburg geschädigt,»
Zu Demaart
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