Cactus kündigte am Mittwoch an, das Glyphosat-haltige Pflanzenschutzmittel Roundup aus den Regalen zu nehmen. Dafür gab es Lob von unter anderm Greenpeace und dem Mouvement écologique. Letzterer sparte nicht mit Kritik an den Landwirten, die zu viel Pflanzenschutzmittel einsetzen und die falschen Produkte benutzen würden.
Die Landwirtschaftskammer reagiert in einer Mitteilung auf einige dieser Kritiken. Es entspreche z.B. nicht der Wahrheit, dass die Landwirtschaftskammer den Einsatz von glyphosathaltigen Herbiziden generell empfehle. Sie informiere lediglich die Landwirte, welche Produkte zugelassen sind und wie die Mittel eingesetzt werden können. Durch diese Aufklärungsarbeit sollen unnötige Behandlungen sowie Anwendungsfehler vermieden werden, so die Landwirtschaftskammer am Donnerstag. In Wasserschutzgebieten und entlang von Flüßen werde immer vor der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Allgemeinen und Glyphosat im Besonderen gewarnt. Einer Studie zufolge wurden übrigens in keiner der insgesamt 63 Quellen des SES (Syndicat des Eaux du Sud) Rückstände von Glyphosat bzw. seinem Abbauprodukt AMPA nachgewiesen (und das bei einem Einzugsgebiet von rund 4.700 ha, davon 2.195 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche), erinnert die Kammer.
«Nicht die Regel»
Des Weiteren sei die vom Mouvement écologique seit langem kritisierte Vorerntebehandlung mit Glyphosat nur marginal. Sie würde nur in klimatisch schwierigen Jahren, in denen die Getreidebestände (regional begrenzt) sehr ungleichmäßig abreifen können, angewendet. Die Vorerntebehandlung in Saatgutgetreide, Braugerste und Brotgetreide sei in Luxemburg generell verboten.
Pflanzenschutz sei eine Notwendigkeit, so die Chambre d’agriculture in ihrer Mitteilung. Er müsse aber verantwortungsbewusst eingesetzt werden, um Umwelt- und Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Die Beratung und Weiterbildung der Anwender sei in diesem Zusammenhang wichtig. Diese müssten aber auf gesicherten Erkenntnissen beruhen.
Dieses Jahr steht die Entscheidung über eine erneute europäische Zulassung von Glyphosat an. Die Landwirtschaftskammer moniert, dass die Debatte zum Teil mit irreführenden Argumenten geführt wird, um politischen Druck aufzubauen. Die Einstufung von Glyphosat als «wahrscheinlich krebserregend» durch die WHO sei noch umstritten. Deshalb müsse das Resultat der zusätzlichen Prüfungen abgewartet werden.
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