Ohne drastische Maßnahmen gegen den Tabakkonsum sterben im Jahr 2030 bereits acht Millionen Menschen an den Folgen des Rauchens. Davor hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem neuen Welt-Tabak-Bericht gewarnt. Heute sterben jedes Jahr sechs Millionen Menschen durch Tabakkonsum – alle sechs Sekunden einer, berichtete die WHO am Dienstag in der philippinischen Hauptstadt Manila. Das sind mehr Tote als durch HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen. Obwohl in vielen Ländern weniger geraucht wird, steigt die Zahl der Raucher weltweit durch das Bevölkerungswachstum.
Hohe Steuern auf Tabak könnten nach WHO-Angaben Menschenleben retten. Viel zu wenig Länder nutzten diese effektive Maßnahme, um das Rauchen einzudämmen. Weltweit erheben den Angaben zufolge nur 33 der 194 WHO-Länder so hohe Steuern auf Rauchwaren, dass das Dreiviertel des Verkaufspreises ausmacht. Das ist die Höhe, die die WHO für angemessen hält. «Die Steuern auf Tabakprodukte zu erhöhen ist eine der wirkungsvollsten und wirtschaftlichsten Methoden, den Konsum von tödlichen Produkten einzudämmen und deutliche höhere Steuereinkünfte zu erzielen», teilte WHO-Direktorin Margaret Chan mit.
Jeder Fünfte raucht
In Luxemburg sind 21 Prozent der Bevölkerung im alter ab 15 Jahren Raucher. 15 Prozentgreifen täglich zur Zigarette.
Als neue Gefahr sehen viele Experten aber die E-Zigaretten oder E-Shishas. Die Wasserpfeife erfreut sich in Luxemburg immer mehr Beliebtheit. Etwa ein Fünftel der Raucher greift gern zur «Shisha», heißt es. Etwa 6 Prozent der Raucher bevorzugen indes die E-Zigarette. In Luxemburg weren laut EU-Kommission insgesamt fast 70 Prozent des Verkaufspreises von Zigaretten an Steuern abgeführt.
Die WHO zählt Rauchen zu den Risikofaktoren für die weit verbreiteten nichtansteckenden Krankheiten, darunter Krebserkrankungen, Herz- und Lungenleiden sowie Diabetes. Daran sterben nach WHO-Angaben 16 Millionen Menschen vorzeitig, das heißt, vor ihrem 70. Lebensjahr. 80 Prozent der weltweit rund eine Milliarde Raucher leben nach WHO-Angaben in Ländern mit niedrigen oder mittleren Einkommen.
Die WHO lobte die philippinische Regierung, weil sie die Steuern auf Tabak stetig erhöht hat. Die US-Handelskammer soll nach einer Untersuchung der «New York Times» versucht haben, die Regierung davon abzubringen. Höhere Steuern öffneten nur Schmugglern Tür und Tor, habe die Kammer an die Regierung geschrieben. Die Zeitung zeigte demnach Verflechtungen der Handelskammer mit der Tabakindustrie auf. «Wir lassen uns nicht einschüchtern», zitierte die Zeitung den philippinischen Finanzstaatssekretär Jeremias Paul.
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