Mittwoch28. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Die Wartezeiten sind nicht allzu lange

Die Wartezeiten sind nicht allzu lange

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Ein Sprachentest ist für das Erlangen der Luxemburger Staatsbürgerschaft nicht obligatorisch. Trotzdem wollen viele Ausländer Luxemburgisch lernen.

Wer die Luxemburger Nationalität erlangen will und sich dem hierzu geforderten Test zur Bescheinigung von „Kompetenzen in der Luxemburger Sprache“ („Sproochentest“) stellen will, muss nicht unbedingt vorher an einem Sprachkurs für Luxemburgisch teilgenommen haben. Dies stellt Justizminister Felix Braz klar. Aus seiner Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Martine Hansen geht hervor, dass ein Kandidat für den „Sproochentest“ allerdings das Recht auf eine teilweise Rückerstattung seiner Einschreibgebühr hat, wenn er einen Sprachkurs belegt, um den Test vorzubereiten.

Beim Unterrichtsministerium werden solche Kurse zum einen vom „Institut national des langues“ (INL) angeboten, zum anderen vom „Service de la formation des adultes“ (SFA). Während das INL über zwei Standorte in Luxemburg-Stadt und in Mersch verfügt, werden die SFA-Kurse zumeist in Gymnasien, in Gemeinden oder von konventionierten Vereinigungen angeboten.

Starker Zulauf

Beide Einrichtungen haben seit einigen Jahren starken Zulauf. Das INL hat die Zahl der Kurse von rund 100 im Jahre 2008 auf inzwischen etwa 150 im letzten Jahr erhöht. Wurden 2008 beim SFA 2.879 Teilnehmer gezählt, so waren es im letzten Jahr insgesamt deren 6.153. Zählt man die 2.966 des INL hinzu, kommt man für 2014 auf 9.119 Teilnehmer, verteilt auf 492 Kurse (INL: 147, SFA: 345).

Bei einem so großen Andrang müssen Anwärter schon einmal Wartezeiten in Kauf nehmen. Diese sind allerdings nicht so groß, wie die Abgeordnete befürchtet hatte. Dennoch: Nach den Einschreibungen im Frühjahr dieses Jahres konnten 1.677 Leute ihren Kurs beginnen, während 508 weitere auf die Warteliste kamen. Hiervon 328 alleine für die zwei Niveaus des Beginnerkurses und 63 für die beiden Fortsetzungsstufen.

Angebot wird angepasst

Um den Engpässen bei den Anfängerkursen entgegenzuwirken, wurde das Angebot beim „Institut national des langues“ verbessert. Mehr Kurse, je nach Bedarf, und größere Klassen helfen, die Zahl der Anwärter auf den Wartelisten zu verringern. Auf diese Liste wird man nach einem Einstufungstest gesetzt. Ist man auf der Liste, hat man auch den Vorrang. Viele Kandidaten stoßen so zu einem Kurs, wenn dort während des Semesters Plätze frei werden oder wegen der Nachfrage zusätzliche Kurse angeboten werden. Spätesten im nächsten Semester jedoch werden sie einen Platz haben.

Das zeitliche Angebot für die Kurse spielt ebenfalls eine Rolle. So kann nicht jeder auf das ganztägige Angebot des INL zurückgreifen, das Kurse den ganzen Tag über zwischen 8.00 und 21.00 Uhr anbietet.

Lernen am Mittag

Am meisten besucht sind die Kurse zwischen 12.00 und 14.00 Uhr. Gefolgt von jenen, die zwischen 17.00 und 21.00 Uhr angeboten werden. Beide Institutionen, INL und SFA, arbeiten bei der Beratung der Leute, die Luxemburgisch lernen möchten, zusammen. So informiert das INL auch über das Angebot des SFA. Für Minister Braz ist die Regierung demnach gut aufgestellt, um der Jahr für Jahr zunehmenden Nachfrage gerecht zu werden.

Allerdings verweist er auch auf eine doch interessante Feststellung, die im Rahmen einer Umfrage anlässlich des letzten „Sproochentest“ im Rahmen der Beantragung der Luxemburger Nationalität im Januar und Februar dieses Jahres gemacht wurde. Dort stellte man fest, dass 39,3% der Kandidaten, die sich dem Test stellten, nicht an einem Sprachkurs für Luxemburgisch teilgenommen haben. Sie haben die Sprache entweder durch die Praxis oder bei anderen Einrichtungen gelernt. Von denen jedoch, die an einem Kurs teilgenommen hatten, waren 35,7% nur beim INL, 34,4% nur beim SFA und 10,4% bei beiden eingetragen.