Seit geraumer Zeit ist bekannt, dass die „Hôpitaux Robert Schuman“ das Zitha-Krankenhaus geschluckt hat. Von einer Fusion kann hier nur bedingt gesprochen werden. Nun scheint diese Zusammenlegung aber nicht unbedingt zu einer Win-win-Situation geführt zu haben, sehr zum Ärger mancher Ärzte.
Wie wir am Donnerstag in Erfahrung bringen konnten, haben vier Neurologen, die bis dato in der Zitha-Klinik (HRS) gearbeitet haben, vor geraumer Zeit dieser Klinikgruppe den Rücken zugekehrt. In der Zwischenzeit haben sie nun eine Vereinbarung („Contrat d’agrément“) mit dem „Centre hospitalier de Luxembourg“ (CHL) getroffen, d.h. sie arbeiten weiter als liberale Ärzte, sind aber an das CHL angeschlossen und sichern auch hier die Behandlung bzw. Nachbehandlung von Patienten mit ab.
Dies bestätigte uns am Donnerstag CHL-Direktor, Dr. Romain Nati, auf Nachfrage hin.
Nicht abgeworben
Die vier Neurologen Dr. Gilles Kieffer, Dr. Michel Schroeder, Dr. Julie Thoma und Dr. Stéphanie Thoma hätten zusammen mit den bereits hier tätigen Neurologen ein gemeinsames Projekt an den Verwaltungsrat des CHL eingereicht, das von diesem Gremium grünes Licht bekam. „Ich möchte aber unterstreichen“, so Dr. Nati, „dass wir diese Ärzte keinesfalls von wo auch immer abgeworben haben. Sie kamen aus freien Stücken auf uns zu.“
Ob dies, wie die Gerüchteküche zu wissen gibt, etwa in Zusammenhang mit Unstimmigkeiten in den Reihen der Ärzteschaft der Zitha-Klinik stehe, wollte Dr. Nati nicht kommentieren.
Zitha-Klinik
Dass es aber in der Zitha-Klinik brodelt, ist ein offenes Geheimnis. Vergangene Woche war der stellvertretende Generaldirektor Dr. Philippe Turk von seinem Posten demissioniert und am Donnerstagabend fand eine außergewöhnliche, nicht öffentliche Sitzung der Ärzteschaft der Zitha-Klinik statt.
Unseren Informationen zufolge sehen im Gebäude am „Rousegäertchen“ viele die Zusammenlegung der „Hôpitaux Robert Schuman“ (zu dieser Gruppe gehören die Kliniken Kirchberg, Ste-Marie in Esch und die Clinique Bohler) und der Zitha-Klinik überhaupt nicht als Win-win-Projekt an. Die Kosten der „Fusion“ trage vor allem die Zitha-Klinik, so hört man in den Kulissen.
Zu Demaart
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