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Rücktrittsforderung

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(Fabrizio Pizzolante)

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Im Streit um die Fusion zwischen der Fondation François-Elisabeth und der Zitha-Klinik äußern sich nun die Ex-Präsidenten des medizinischen Kollegiums. Und sparen nicht mit Kritik.

Seit Wochen kocht es zwischen den hauptstädtischen Krankenhäusern. Nicht jeder ist mit der Fusion einverstanden. Gerade die Zitha-Klinik fühlt sich benachteiligt und spricht von einer «Übernahme» anstatt von einer «Fusion». Der Verwaltungsrat des Krankenhausverbundes «Hôpitaux Robert Schuman» betont jedoch, dass die Zitha-Klinik ein richtiges Krankenhaus bleibt. Im Zuge des Streits Konflikts ist der ehemalige Leiter der Zitha-Klinik Dr. Philippe Turk von seinem Amt zurückgetreten und vier Neurologen sind ins CHL gewechselt.

Am Freitag nun melden sich mehrere ehemalige Präsidenten des medizinischen Kollegiums der Zitha-Klinik in einem offenen Brief zu Wort. Und fahren schweres Geschütz gegen den Verwaltungsrat und die Direktion der «Hôpitaux Robert Schuman» auf. Die Fusion sei mit «deloyalen Mitteln» vorbereitet worden, heißt es unter anderem. Es ist sogar die Rede von «Schurkereien».

«Schlechte Führung»

Die Ex-Vorsitzenden fordern, dass die Zitha-Klinik ein effizientes Krankenhaus bleiben muss. Sie wollen Probleme bei der Führung des Spitalsvebundes, dem die Zitha angehört, festgestellt haben, unter anderem was die Nominierung der Mitglieder des Verwaltungsrats des Krankenhausverbundes anbelangt. Drei Mitglieder kommen vom Franziskaner-Orden, ein Mitglied vom Bistum. Drei weitere Mitglieder des Verwaltungsrates werden kooptiert. Die Ärzte kritisieren in diesem Zusammenhang, dass die Geldgeber des Verbundes, das Gesundheitsministerium und die Gesundheitskasse nicht im Verwaltungsrat vertreten sind. Und auch das Personal sei nicht vertreten. Nur ein Arzt sitze im Verwaltungsrat. Und dieser praktiziere nicht einmal in einer der Kliniken der «Hôpitaux Robert Schuman».

Die ehemaligen Chefs des medizinischen Kollegiums monieren des Weiteren, dass der einzige Repräsentant des medizinischen Kollegiums – der vier Krankenhäuser vertritt (Bohler, Kirchberg, Sainte Marie und Zitha) – nicht an den Sitzungen des Verwaltungsrats teilnehmen darf . Man gebe ihm lediglich ein kurzes Resümee der Entscheidungen. Das sei nicht konform mit dem großherzoglichen Relgement von 2003.

Fragen über Fragen

Generell würde beim Krankenhausverbund ein Mangel an Transparenz und an Kommunikation herrschen, steht weiter im offenen Brief. Als Beispiel wird die Demission des beigeordneten Generaldirektors Turk genannt. Fragen werden sich auch gestellt im Zusammenhang mit dem angeblichen «Szenario 2+», dessen Existenz die Generaldirektion der «Hôpitaux Robert Schuman» immer abstreitet. Und warum wird die Analyse der Krankentransporte von einer Anwaltskanzlei aus Brüssel durchgeführt? Die sieben Unterzeichner des Briefes reden von «Verschleierungen» und «gelenkten Informationen».

Am 23. Juli hatte die Leitung des Verbundes in einer Pressemitteilung über den Fortschritt der Fusionsverhandlungen informiert. Dort wurde berichtet, dass die Arbeiten gut vorankämen und es eine Annäherung gebe. «Purer Zynismus», kommentieren die Ex-Präsidenten.

«Isolation droht»

Schließlich bemängeln die Unterzeichner, dass die Kliniken der «Hôpitaux Robert Schuman» die einzigen seien, die sich nicht an der Einführung des gemeinsamen Informatik-Systems für alle Luxemburger Krankenhäuser beteiligen. Sie würden so isoliert, schlussfolgern die Ärzte und befürchten eine Verschlechterung der medizinischen Betreuung. Ohne Synergien seien die Spitäler der Gruppe als Kompetenzzentrum nicht tragbar.

Die Unterzeichner sehen nur eine Lösung: Die Direktion der «Hôpitaux Robert Schuman» sei nicht mehr glaubwürdig und muss zerücktreten. Und der Verwaltungsrat muss reorganisiert werden.

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