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Invasion der Katzenfotos

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Wir haben unsere Leser am Freitag auf Facebook gebeten, uns ihre skurrilsten Katenfotos zu posten. Wieso sind Katzen im Internet eigentlich so beliebt?

Im alten Ägypten wurde eine Gottheit in Gestalt einer Katze verehrt, und auch einige Tausend Jahre später scheint sich an der Bewunderung wenig geändert zu haben. Die Huldigung der vierbeinigen Gefährten setzt sich in der digitalen Welt fort. Katzen zählen zu den Stars des Internet. In der Offline-Welt gibt es zu ihren Ehren am 8. August den Weltkatzentag.

Ihren Siegeszug haben Katzen den Mitmach-Plattformen des Web 2.0 zu verdanken. Fotos der Stubentiger sind seit Jahren wesentlicher Bestandteil der Internet-Kultur. Sie zeigen die Haustiere oft in witzigen Situationen: Katzen lassen sich von Schildkröten durch die Gegend tragen, schlecken Wasser aus dem laufenden Hahn oder versagen kläglich beim Sprung vom Autodach auf das Garagentor.

Katzenbilder liefern zudem vortreffliche Vorlagen für «Memes» – eine Art Insiderwitz mit Mitmacheffekt: Abstruse oder lustige Bilder werden mit einen Text in Großbuchstaben versehen und im Netz geteilt. Die Vorlagen werden immer wieder abgewandelt und weiterverbreitet:

Kate Miltner ist Expertin für Katzenfotos und schrieb an der renommierten London School of Economics sogar ihre Masterarbeit darüber. Folglich hat sie eine These, warum gerade Katzen so beliebt sind. «Wir lachen praktisch über uns selbst mittels der Katzenbilder.» Wer traurig, aufgebracht oder verkatert ist, kann dies mithilfe des passenden Katzenbildes darstellen und so seine Gefühle ausdrücken – Vorlagen liefern die Vierbeiner genug.

Katzen sind wie Menschen

«Wenn Katzen sich einfach wie Katzen verhalten, aber dabei wirken wie Menschen, ist das wirklich reizvoll», meint Miltner. Einige Katzen haben ihren Online-Erfolg sogar in die Offline-Welt getragen. Das berühmteste Beispiel ist Grumpy Cat, eine dauerhaft mürrisch dreinschauende Katze aus den USA.

Doch die Konkurrenz schläft nicht – oder sieht dabei noch niedlicher aus. Auf Webseiten wie Buzzfeed, die nah am Puls der Netzkultur sind, gibt es eine ganze Zoolandschaft zu bewundern. Giraffen, Faultiere und kleine Zicklein finden sich dort. Und natürlich Hunde. Doch die eignen sich Miltner zufolge nicht so gut für Memes: «Es ist einfacher für uns, unsere Gefühle auf Katzen zu übertragen, denn ihnen wird mehr eigener Wille zugeschrieben».