«Wir können davon ausgehen, dass möglicherweise 20 Personen zu Tode gekommen sind, es können auch 40 bis 50 sein», sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag und bestätigte damit einen Bericht der «Kronenzeitung». Innenministerin Johanna Mikl-Leitner sagte: «Dieser Tag ist für uns ein dunkler Tag.» Der innereuropäischen Schlepperei müsse ein Ende bereitet werden, appellierte sie auch an die EU. «Es ist nicht nur wichtig, dass Österreich gegen Schlepper vorgeht, sondern dass das auch alle anderen 27 Mitgliedstaaten machen.»
Nach Polizeiangaben wurde der Kühllaster am Vormittag auf der Autobahn 4 im Burgenland bei Neusiedl auf dem Seitenstreifen entdeckt. Dort habe das Fahrzeug offenbar bereits seit Mittwoch gestanden. Der Verwesungsprozess habe bereits eingesetzt. «Wir gehen davon aus, dass es sich hier um Flüchtlinge handelt», sagte ein Polizeisprecher. Das Ziel des Fahrzeugs mit vermutlich slowakischem Kennzeichen sei nicht bekannt, das Führerhaus verlassen gewesen.
Mehr Kontrollen
Der Fundort befindet sich in der Nähe der ungarischen Grenze. Täglich strömen Tausende Flüchtlinge über Griechenland, Mazedonien, Serbien und Ungarn weiter nach Westeuropa. Die meisten davon stammen aus Syrien.
Mikl-Leitner sagte, Schlepper seien Kriminelle, denen es nur um den Profit gehe. «Deswegen ist es unsere Aufgabe, die Schlagzahl im Kampf gegen die Schlepper noch einmal zu erhöhen.»
Sie kündigte an, die Kontrollen in internationalen Zügen und im grenznahen Raum zu verstärken. Die Tragödie mache erneut deutlich, wie wichtig es sei, schnellstmöglich Anlaufstellen an den EU-Außengrenzen einzurichten, um der innereuropäischen Schlepperei ein Ende zu setzen. Dann müssten die Flüchtlinge auf alle 28 EU-Staaten verteilt werden. «Es ist dies ein Signal an die europäische Ebene, hier so rasch wie möglich tätig zu werden.»
Derzeit überqueren nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerk täglich rund 3000, meist aus dem Nahen Osten stammende Flüchtlinge die griechisch-mazedonische Grenze, um dann über Serbien in die EU zu gelangen. Bislang ist es den EU-Staaten nicht gelungen, sich bei der Aufnahme der Flüchtlinge auf ein Quotensystem zu einigen. Die meisten Flüchtlinge haben bislang Österreich, Deutschland und Schweden aufgenommen.
Lesen Sie auch:
Zu Demaart


















Sie müssen angemeldet sein um kommentieren zu können