Montag26. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Die Situation gerät außer Kontrolle

Die Situation gerät außer Kontrolle
(Reuters/Laszlo Balogh)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Sicherheitskräfte in Ungarn stoppen einen Zug voller Flüchtlinge. Die Menschen legen sich auf die Gleise. Die Polizei schlägt zu.

Flüchtlingschaos in Budapest: Die ungarische Polizei hat sich am Donnerstag erneut vom Ostbahnhof zurückgezogen, der seit Dienstag für Migranten gesperrt war. Hunderte Flüchtlinge, die seit Tagen vor dem Gebäude auf Einlass gewartet hatten, strömten daraufhin auf die Bahnsteige, es spielten sich tumultartige Szenen ab. Am Mittag fuhr ein erster Zug mit Flüchtlingen in Richtung österreichische Grenze ab, ein zweiter sollte folgen. Dieser wurde inzwischen wieder gestoppt. Die Polizei griff brutal ein.

Der ungarische Regierungschef Viktor Orban bezeichnete den Zustrom von Flüchtlingen als «deutsches Problem». Nach einem Gespräch mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz erklärte er in Brüssel, es dürfe kein Flüchtling ausreisen, ohne dass er vorher registriert worden sei. Ungarn halte sich lediglich an europäische Regeln und tue das, was Bundeskanzlerin Angela Merkel erwarte.

Andere Meinung

«Das Problem ist kein europäisches Problem. Das Problem ist ein deutsches Problem», betonte Orban. Die Migranten wollten nicht in Ländern wie Ungarn, Polen oder Estland bleiben. «Alle würden gerne nach Deutschland gehen.» Migranten warnte der rechtsnationale Regierungschef ausdrücklich vor einer Einreise nach Ungarn. «Bitte kommen Sie nicht. Es ist riskant zu kommen. Wir können nicht garantieren, dass Sie akzeptiert werden.»

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warf dem ungarischen Regierungschef vor, in der Migrationspolitik die falschen Schwerpunkte zu setzen. «Ich bin nicht der Meinung von Viktor Orban», sagte er. Es möge zutreffen, dass nicht alle Menschen in Ungarn bleiben wollten. Ziel müsse deswegen aber eine gerechte Verteilung der Flüchtlinge sein.

Züge gestürmt

Das weitere Schicksal der Flüchtlinge vom Budapester Ostbahnhof war zunächst unklar. Am Mittag fuhr der erste Zug mit Migranten an Bord ab, als Ziel wurde die ungarische Grenzstadt Sopron genannt. Auf dem Bahnsteig warteten noch viele hundert Flüchtlinge auf eine Weiterreise Richtung Westen.

Der Budapester Ostbahnhof war seit Dienstag für Flüchtlinge gesperrt. Nachdem die Polizei die Kontrollen am Montag aufgegeben hatte, hatten mehrere tausend Flüchtlinge die Züge gestürmt und waren nach Wien und München weitergereist. Am Dienstag hatten die ungarischen Behörden den Bahnhof dann geräumt. Seither ließen sie keine Migranten mehr in das Gebäude.

«Die fortgespülte Menschlichkeit»

«Müssen die Logik des Systems überdenken»