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Luxemburg ist ETF-Hub

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(Daniel Reinhardt)

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Kurz vor der Herbstkonferenz des Investmentfondsverbandes ALFI wurde ein Informations- blatt zum Thema ETFs herausgegeben. Europaweit ist Luxemburg Standort Nummer zwei.

ETFs („Exchange-traded funds“; auf Deutsch: börsengehandelte Fonds) sind ein Konkurrenzprodukt von aktiv verwalteten Investmentfonds. Letztere sind eine Spezialität des Finanzplatzes Luxemburg. Die Fondsbranche steht für rund acht Prozent des Bruttoinlandsprodukts und für bis zu elf Prozent der Steuereinnahmen. Am Finanzplatz Luxemburg wird geschätzt, dass ein aktiv verwalteter Investmentfonds dem Finanzplatz im Schnitt drei Arbeitsplätze bringt.

Die meisten ETFs hingegen sind passiv verwaltete Indexfonds – d.h. sie bilden beispielsweise einfach die Struktur des DAX nach. Diese Arbeit kann von Computern übernommen werden. Für den Kunden, der sein Geld investieren will, bedeutet dies, dass er im Normalfall bei einem ETF weniger Gebühren zu bezahlen hat als bei einem Investmentfonds, der mehrere Angestellte hat, die das Anlageportfolio aktiv verwalten.

Und während Luxemburg die unbestrittene Nummer eins im Bereich Investmentfonds allgemein in Europa ist – so ist es doch nur die Nummer zwei bei ETFs in Europa.

Starkes Wachstum

Doch die ETFs sind ein Markt, der weltweit starke Wachstumsraten verbucht. Global ist das von ETFs verwaltete Geldvolumen in den Jahren 2010 bis 2015 um satte 167 Prozent auf 2.781 Milliarden Dollar gewachsen. Europaweit hat sich das verwaltete Geldvolumen im gleichen Zeitraum von 226 auf 471 Milliarden Dollar verdoppelt.

Laut dem neuesten Informationsblatt der ALFI zählte Luxemburg zum Ende Juni dieses Jahres insgesamt 465 ETFs mit einem Geldvolumen von 82 Milliarden Euro. Allein letztes Jahr war das Volumen um 18,91 Prozent gewachsen, so die ALFI. Zum Vergleich: Insgesamt verwalten Luxemburger Fonds mehr als 3.500 Milliarden Euro.

35 Prozent aller Genehmigungen

Genau wie bei traditionellen Investmentfonds sind es vor allem die ETFs, die grenzüberschreitend verkauft werden, wo Luxemburg gut abschneidet. Insgesamt 35 Prozent aller Autorisierungen für grenzüberschreitende ETFs gehen auf Luxemburg zurück. Dies führt der Fondsverband unter anderem auf ein gutes Regelwerk, gute Marktinfrastruktur und auf die jahrzehntelange Erfahrung mit Fonds zurück.

Zudem gebe es ein gutes steuerliches Umfeld, so der Investmentfondsverband weiter. Im Gegensatz zu traditionellen Investmentfonds fallen die ETFs nämlich nicht unter die sogenannte „Taxe d’abonnement“, also die feste Steuer auf dem Fondsvolumen. Diese erbringt jährlich um die 700 Millionen Euro für den Luxemburger Staat.

Für die Zukunft rechnet die ALFI mit weiterem Wachstum in diesem Bereich. Für den Investmentfonds-Standort Luxemburg ist dies wesentlich – auch wenn ETFs weniger Steuern und Jobs bringen als traditionelle Fonds.

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