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Ab Dienstag in Frankreichs Apotheken

Ab Dienstag in Frankreichs Apotheken
(AFP/Bertrand Guay)

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Am Dienstag kann man in Frankreich einen Aids-Schnelltest für zu Hause kaufen. Er liefert ein Ergebnis in weniger als einer halben Stunde.

Aids-Schnelltests für zu Hause werden ab Dienstag in französischen Apotheken verkauft. Frankreichs Gesundheitsministerin Marisol Touraine bezeichnete die HIV-Tests am Montag als neue Möglichkeit, eine Infektion mit dem Virus zu erkennen. «In unserem Land haben rund 30.000 Menschen das HI-Virus, ohne es zu wissen», sagte die Sozialistin. «Wir brauchen neue Wege, eine Erkennung zu fördern und zu erleichtern.»

Der Test, der ein Ergebnis in 15 bis 30 Minuten liefert, kann künftig ohne Rezept in Apotheken gekauft werden und kostet zwischen 25 und 30 Euro. Ein mögliches positives Ergebnis muss aber durch einen Labor-Test bestätigt werden.

Umstritten

Sogenannte HIV-Heimtests sind umstritten. Befürworter hoffen, dass mit den Tests sonst unerkannte Infektionen entdeckt werden. Mit den Selbsttests sollen Menschen erreicht werden, die nicht für eine Untersuchung zum Arzt oder in ein Gesundheitsamt gehen wollen. Gegner der Heimtests warnen dagegen, schon kleinste Anwendungsfehler könnten ein falsches Testergebnis liefern. Außerdem fehlten die ärztliche Beratung und die psychologische Betreuung, sollte der Test positiv ausfallen.

In Luxemburg können HIV-Tests durch eine klassische Blutentnahme gratis und anonym in den Krankenhäusern und im Nationallaboratorium gemacht werden. Auch Privatlaboratoriume führen den Test durch, jedoch ist dort ein ärztliches Rezept notwendig. Schnelltests werden im Großherzogtum ebenfalls durchgeführt, bei der HIVberodung des Roten Kreuzes und bei DIMPS (Dispositif d’Intervention Mobile pour la Promotion de la Santé sexuelle). Das Resultat ist nach ein paar Minuten bekannt. Ob eine Ansteckung stattgefunden hat kann aber nach wie vor erst nach etwa 12 Wochen festgestellt werden. Ein sogenannter Heimtest ist in Luxemburg noch nicht möglich.

2014: 96 Neuinfektionen, ein neuer Rekord

96 Menschen in Luxemburg wurden im vergangenen Jahr zum ersten Mal HIV-positiv getestet. Besonders groß sei laut Gesundheitsmnisterium die Zunahme bei den Drogensüchtigen. Dazu kommt eine Dunkelziffer, sodass Schätzungen von mehreren Hundert HIV-positiven Personen hierzulande ausgehen.

In Deutschland sind die Heimtests bisher kein Thema. Sie dürfen nicht an Privatleute verkauft werden. Aber das Internet macht es möglich: Die Tests lassen sich bei meist im Ausland ansässigen Anbietern problemlos online bestellen. In den USA sind Heimtests hingegen schon seit 2012 verfügbar.

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