Dienstag27. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

„Wir haben einen falschen Eindruck vermittelt“

„Wir haben einen falschen Eindruck vermittelt“
(Upload)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

In den vergangenen zwölf Monaten musste sich der DP-Politiker an vielen Fronten behaupten. Im Interview mit dem Tageblatt zieht Claude Meisch Bilanz und wagt einen Ausblick.

Bildungsminister Claude Meisch hat ein turbulentes Jahr hinter sich. Ob der Konflikt mit den Gewerkschaften der Sekundarschullehrer, der School-Leaks-Skandal oder der neue Werteunterricht, der Minister machte oft Schlagzeilen.

Tageblatt: Herr Meisch, nach knapp zwei Jahren als Bildungsminister haben Sie mehrere Auseinandersetzungen mit den Gewerkschaften der Grund- und Sekundarschullehrer hinter sich, ein Streik wurde in letzter Sekunde abgewendet. Laut dem letzten Tageblatt-Politbarometer für den Süden sind Sie der unbeliebteste Politiker in diesem Bezirk. Haben Sie sich Ihr Amt so kompliziert und hürdenreich vorgestellt?

Claude Meisch: Es hat mich nicht überrascht, dass man im Bereich der Bildungspolitik Gegenwind bekommt. Mancher Konflikt hätte auf eine andere Art und Weise gelöst werden können. Dennoch sind kontroverse Diskussionen über die Schule und die Zukunftschancen der Schüler normal und gut. Man muss das Positive aus den Auseinandersetzungen ziehen. Den Konsens, der beim Konflikt in der Sekundarschule gefunden wurde, hätte man auch bereits vor einem Jahr finden können. Mir tut leid, dass wir einen falschen Eindruck vermittelt haben, laut dem die Regierung im Bildungsbereich nur Geld sparen wollte. Allerdings wurden für diesen Schuljahresanfang insgesamt 174 zusätzliche Posten im Bereich des Bildungsministeriums besetzt. Eine hohe Zahl, wenn man bedenkt, dass für den ganzen Staat lediglich 370 neue Posten ausgeschrieben wurden. Die Bildung ist eine Priorität für die Regierung. Das ist leider untergegangen.

In der Sekundarschule gab es Konflikte mit den Gewerkschaften. Zentraler Knackpunkt war der von Ihnen geforderte sogenannte solidarische Beitrag der Sekundarlehrer zum Zukunftspaket. Die Einigung sieht unter anderem eine Verdoppelung der Weiterbildungskurse vor. An der Altersentlastung ändert sich nichts. Ist dieses Ergebnis ein Kompromiss, mit dem Sie Ihre Politik umsetzen können?

Beide Seiten können mit dem Kompromiss leben. Wir haben den Spareffekt, den wir wollten, erreicht, wenn auch auf eine andere Weise als geplant. Unser Vorschlag war, den Lehrern der Abschlussklassen in den letzten Wochen, in denen kein Unterricht stattfindet, kein Gehalt zu zahlen. Im Gegenzug sollten die Lehrer für die Arbeiten rund um das Abschlussexamen besser entlohnt werden. Nun wurde sich auf das umgekehrte Modell geeinigt. Letztlich ist der Spareffekt derselbe. Die Verdoppelung der Weiterbildungskurse von acht auf 16 Stunden jährlich verdeutlicht allerdings, dass es uns nicht vorrangig darum geht, zu sparen, denn diese Weiterbildungskurse kosten Geld. Uns geht es um den positiven Effekt auf die Schulqualität.

Das gesamte Interview lesen Sie in der Dienstagsausgabe des Tageblatt

Lesen Sie auch:


85 Reformen für eine moderne Schule

Werteunterricht ab 2017