Dienstag27. Januar 2026

Demaart Zu Demaart

Headlines

Glyphosat bleibt erlaubt – vorerst

Glyphosat bleibt erlaubt – vorerst
(Patrick Pleul)

Jetzt weiterlesen !

Für 0,99 € können Sie diesen Artikel erwerben.

Oder schließen Sie ein Abo ab.

ZU DEN ABOS

Sie sind bereits Kunde?

Die EU-Kommission will die Glyphosat-Erlaubnis kurzfristig verlängern. Das umstrittene Pflanzenschutzmittel wird jedoch weiter untersucht.

Das von der Internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als «wahrscheinlich krebserregend» eingestufte Pflanzenschutzmittel Glyphosat, das u.a. unter dem Namen Roundup verkauft wird, soll in Europa offenbar zunächst weiter erlaubt bleiben. «Die Kommission beabsichtigt eine Verlängerung von weiteren sechs Monaten», sagte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel am Dienstag auf Anfrage von AFP.

Entschieden sei dies aber noch nicht, auch die EU-Staaten hätten dabei ein Mitspracherecht, verlautete aus der Behörde weiter. Es würde sich um eine vorläufige Verlängerung handeln, um in Ruhe eine Entscheidung über die grundsätzliche Weiterverwendung oder das Verbot von Glyphosat treffen zu können.

Weltweit die Nummer eins

Glyphosat ist weltweit das am weitesten verbreitete Pflanzengift. Es kommt Schätzungen zufolge auf 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen zur Anwendung. Im März wurde der Stoff von der IARC, einer Unterorganisation der Weltgesundheitsorganisation, als «wahrscheinlich krebserregend für den Menschen» eingestuft. Damals lief bereits der EU-weite Prozess der Zulassung, welche turnusgemäß erneuert werden muss. Dabei ist die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) federführend. Sie unterbreitet am Ende der EU-Kommission ihren Befund. Diese entscheidet dann in Abstimmung mit den EU-Staaten über die Zulassung. Angesichts der verschiedenen Einschätzungen braucht die EFSA aber mehr Zeit als geplant. Nach aktuellem Stand will sie Ende Oktober oder Anfang November ihren Befund vorlegen.

Die EU-Kommission wiederum hält die dann noch verbleibende Zeit bis Jahresende für zu knapp. Daher will sie die Erlaubnis zunächst vorläufig um sechs Monate verlängern. In der Kommission hieß es, dass sie rechtlich zu diesem Schritt verpflichtet sei. Denn der Grund für die Verzögerung der ganzen Prozedur liege nicht beim Antragssteller für die Verlängerung.

In Luxemburg kündigte kürzlich die Supermarktkette Cactus an, das umstrittene Mittel Roundup Anfang 2016 aus den Regalen zu nehmen. Eine Entscheidung, die von den Umweltverbänden begrüßt wurde. Die Landwirtschaftskammer hingegen warnt vor voreiligen Schlüssen beim Verbot der Anwendung von Mitteln mit Glyphosat. Die betroffenen Pflanzenschutzmittel müssten weiter analysiert werden.

Lesen Sie auch:


«Keine voreiligen Schlüsse bitte»

Und jetzt alle Pflanzenschutzmittel

Giftiger Tropfen auf den heißen Stein