Im Kampf gegen den Klimawandel rauft sich die Weltgemeinschaft erneut zusammen. Eine internationale Konferenz Ende des Jahres in Paris soll Fortschritte erzielen. Die Luxemburger Umweltministerin Carole Dieschbourg (déi gréng) sagte nach dem Treffen mit ihren EU-Amtskollegen am Freitag in Brüssel, die EU habe ihre Position für das Treffen nun festgezurrt. Sie ist zufrieden. «Es ist ein gerechter Kompromiss, der die EU auf dem Weg nach Paris stärkt», so die Ministerin zu Tageblatt.lu. Luxemburg habe eine Sackgasse in der Klimafrage in Europa verhindert. Europa sei nun in der Verantwortung. Ziel sei es, ein gutes Resultat in Paris zu erzielen.
Die EU müsse in Paris viel Überzeugungsarbeit leisten, sagte der Sprecher der Ministerin. Es gehe darum das Verhalten großer Nationen wie China und der USA zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang gebe es aber Hoffnung. Zum Beispiel US-Präsident Barack Obama hatte Anfang August verkündet, dass amerikanische Kraftwerke ihren Schadstoffausstoß bis 2030 um 32 Prozent im Vergleich zu 2005 vermindern müssen. Das Verhalten Pekings und Washingtons wird eine Wirkung auf andere Länder, wie Indien, Kanada, Japan und Australien haben.
Die Emissionen müssen runter
Die EU pocht in seinem Kompromiss für Paris auf eine Minderung des weltweiten Ausstoßes des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) um mindestens die Hälfte im Vergleich zum Jahr 1990. Bis zum Ende des Jahrhunderts soll die Weltgemeinschaft komplett aus fossilen Energien wie Kohle aussteigen. Zudem soll die Weltgemeinschaft – wenn es nach der EU geht – die Fortschritte beim Klimaschutz alle fünf Jahre überprüfen. Dabei sollten die Staaten ihre Ziele aber nicht nach unten revidieren dürften. Diese Verpflichtung ließe sich auch rechtssicher festschreiben, heißt es vonseiten des Luxemburger Umweltministeriums.
Sich selbst hat die EU das Ziel gesetzt, den Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2030 um wenigstens 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
Die EU-Umweltminister beschlossen am Freitag des Weiteren endgültig die kurzfristige Reform des europäischen CO2-Handels. Von 2019 an sollen etwa 1,5 Milliarden CO2-Rechte in eine Art Ablage geschoben und so dem Markt entzogen werden. Die Verknappung dürfte zu steigenden Preisen führen und damit den Unternehmen mehr Anreize für Investitionen in klimaschonende Technologien geben. Eine grundlegendere Reform des Systems ist ebenfalls geplant, über sie wird derzeit verhandelt.
Zu Demaart
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