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Noch zwei weitere Jahre für Twinerg?

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Das Twinerg-Gas- und Dampfkraftwerk könnte noch zwei weitere Jahre in Betrieb bleiben. Eine definitive Entscheidung steht noch aus.

Die Kandidatur des Twinerg-Gas- und Dampfkraftwerks in Esch-Raemerich, als Lieferant in die strategische Reserve Belgiens aufgenommen zu werden, sei angenommen worden. Damit könnte das Werk noch zwei weitere Jahre in Betrieb bleiben. Dies meldete Radio 100,7 am Montag. Der Besitzer der Zentrale, Electrabel GDF-Suez, erklärte am Montag gegenüber dem Tageblatt, eine definitive Entscheidung stehe noch aus.

Für den Ausstieg aus der Atomenergie hatte die belgische Regierung vor zwei Jahren den sogenannten „Plan Wathelet“ beschlossen, im Rahmen dessen auch eine strategische Reserve angelegt werden sollte, falls es zu Engpässen in der Energieversorgung käme. Auch Twinerg hatte einen Antrag gestellt, um als Lieferant in diese strategische Reserve aufgenommen zu werden, weil das Werk u.a. wegen des hohen Gaspreises und niedriger Strompreise unrentabel geworden war. Durch die Aufnahme in die strategische Reserve könnte das Werk für vorerst zwei Jahre vor der drohenden Schließung bewahrt werden.

Warten auf Entscheidung

Die Kandidatur von Twinerg sei in der Tat angenommen worden, man warte aber noch auf eine Entscheidung der belgischen Energieministerin Marie Christine Marghem, bestätigte Twinerg-Manager Mark Lauwers am Montag gegenüber dem Tageblatt. Der globale gesetzliche Rahmen erlaube es zwar, ein Werk in die Reserve aufzunehmen, das nicht auf belgischem Gebiet liege, allerdings bedürfe es noch zusätzlich eines „Arrêté royal“, so Lauwers.

Mit der Aufnahme von Twinerg in die strategische Reserve Belgiens müsse eine finanzielle Gegenleistung einhergehen, damit das Werk auch künftig rentabel bleibe, erklärte Jean Lucius gegenüber Radio 100,7.

Schwefel-Ausstoß

Das Twinerg-Werk war vor einem Jahr wegen Schwefel-Ausstoßes in die Schlagzeilen geraten. Nach mehreren Warnungen des Umweltministeriums bekam der Betreiber das Problem in den Griff. Das Werk ist seit drei Jahren nur noch bei Bedarf in Betrieb. 2012 wurde es 24 Mal neu angefahren, 2013 45 Mal und 2014 68 Mal.

Auf dem freien Strommarkt steht Twinerg in Konkurrenz zu allen anderen Formen der Energieherstellung, von Atomkraft über Kohle bis hin zu erneuerbaren Energien. Eine Schließung im Oktober dieses Jahres wurde lange Zeit nicht ausgeschlossen.

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