In Katalonien hat eine mit Spannung erwartete Wahl zum Parlament in der nordostspanischen Region begonnen. Die katalanische Regierung von Ministerpräsident Artur Mas betrachtet die Abstimmung als ein Plebiszit über eine Abspaltung der Region von Spanien. Gut 5,5 Millionen Wahlberechtigte waren zur Stimmabgabe aufgerufen.
In der wirtschaftsstarken Region im Nordosten Spaniens öffneten die Wahllokale um 09.00 Uhr. Die 5,5 Millionen Wahlberechtigten können bis 20.00 Uhr ihre Stimme abgeben. Im Grunde geht es nur um die Neuwahl der 135 Abgeordneten des Regionalparlaments in Barcelona, doch im Fall eines Siegs will das Bündnis Junts pel si bis 2017 ein Referendum über die Unabhängigkeit abhalten.
Rot-gelbe Fahnen
In der Regionalhauptstadt Barcelona waren viele Gebäude mit der rot-gelben Fahnen Kataloniens geschmückt. Die Region mit 7,5 Millionen Einwohnern ist stolz auf ihre eigene Sprache und Kultur und sieht sich von der Zentralregierung in Madrid gegängelt. Diese warnt, eine Abspaltung von Spanien sei nicht nur verfassungswidrig, sondern würde auch den Austritt aus der EU und dem Euro bedeuten. Während des Wahlkampfs riefen der konservative Ministerpräsident Mariano Rajoy und andere spanische Politiker wiederholt auf, nicht für die Unabhängigkeitsbefürworter zu stimmen.
Die Regierungspartei CDC (Demokratische Konvergenz) hatte sich für die Wahl mit den Linksrepublikanern (ERC) und Bürgerinitiativen zu einem Separatistenbündnis zusammengeschlossen. Die Allianz will bei einem Wahlsieg die wirtschaftsstärkste Region Spaniens in 18 Monaten zur Unabhängigkeit führen. Die Madrider Zentralregierung will jedoch eine Abspaltung Kataloniens unter keinen Umständen zulassen.
Zu Demaart
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